Massenentlassungen bei deutschen Werften

Von Helgard Köhne

In den Hafenstädten Hamburg und Bremen geht die Angst um, die Angst Arbeitsplätze in Unternehmen zu verlieren, die einst den Ruf und Reichtum der Hansestädte mitbegründet haben. Denn der Schiffbau war die industrielle Basis von Schiffahrt und Handel, den traditionellen Wirtschaftszweigen an Elbe und Weser. Vier Meldungen waren es, die jetzt der Angst neue Nahrung gaben:

  • Der Vorstand von Blohm + Voss hat beschlossen, fünfhundert der insgesamt 6200 Mitarbeiter zu entlassen.
  • Auf der Bremer Werft AG Weser wird die Belegschaft um hundertfünfzig Mitarbeiter reduziert.

Bei der HDW (Howaldtswerke – Deutsche Werft) wird es in nächster Zukunft zu Personalabbau und Umstrukturierung kommen, zweitausend Arbeitsplätze in Hamburg sind gefährdet.

  • Der Bremer Vulkan muß nicht nur fünfhundert seiner 4350 Beschäftigten entlassen und bei den Verbleibenden die Akkordlöhne kürzen, sondern bei den Kapitaleignern auch noch um Nachschub bitten.

"Das sind doch nicht nur Zahlen, dahinter stehen doch Menschen, Kolleginnen und Kollegen, die mit ihren Familien in die Verzweiflung geschickt werden", empörte sich der IG-Metall-Funktionär Heinz Bracker kürzlich auf einer Betriebsversammlung des Bremer Vulkan. Und er versicherte den Arbeitnehmern denn auch, daß er als Aufsichtsratsmitglied den Vorstand auffordern werde, die Entlassungen zurückzunehmen.