Wirtschaft

Ein magisches Viereck

Wer von Berufs wegen täglich mit rationeller Produktion und sparsamer Wirtschaftsführung zu tun hat,

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DIE ZEIT

Neuer Anfang oder nur Übergang?

Die Entscheidung ist gefallen. Am Dienstag beschlossen 34 FDP-Abgeordnete, beim konstruktiven Mißtrauensvotum für den Kanzler Helmut Kohl zu stimmen.

Rote Signale

Vorbei sind die Zeiten, da die Prawda – nach Chinas Angriff auf Vietnam 1979 – wütende Verse gegen Peking schmiedete: "Der dem Irrsinn verfallene Narkoman/tat Bosheit dem Nachbarn an.

Anstand und Abneigung

Es ist gut, daß inmitten allen parteipolitischen Finassierens doch in einigen wenigen Momenten auch noch Anstand und Honorigkeit sichtbar werden.

Blamabel

Da fällt dem Leser doch das Buch aus der Hand. Wenige Tage vor der Frankfurter Buchmesse, auf der die ganze Branche uns wieder die Ohren vollheulen wird über mangelndes Leser-Interesse und über die "ethische Verpflichtung" des Buchhandels, der es mit "Literatur" und "Geist", auf jeden Fall nicht mit schnödem Mammon zu tun habe, müssen wir im Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel lesen: "Literarische Kenntnisse gelten nicht als ‚verkaufsfördernd‘ – deshalb kein Geld.

Zeitspiegel

Dr. Josef Joffe, seit Ende 1980 für das ZEIT-Dossier verantwortlich, ist als Stipendiat des Woodrow Wilson Center for Scholars nach Washington gegangen, wo er ein Buch über den Verfall der europäisch-amerikanischen Beziehung schreibt.

Worte der Woche

"Deshalb ist es ein großer Unterschied, ob man, wie Kohl, einfach ‚Bündnis‘ sagt, und wir machen dann nur noch das, was die Amerikaner meinen, oder ob, wie ich glaube, ein Bundeskanzler die verdammte Pflicht hat, die Nachrüstung überflüssig zu machen, wenn es irgend geht.

Der lange Anlauf zum kühnen Sprung

Zur Wahl steht Helmut Kohl und mit ihm die neue Koalition von Union und FDP. Aber was steht damit eigentlich zur Entscheidung? Nur die Frage, ob die Union nach dreizehn Oppositionsjahren im Bund zurück an die Macht gelangt? Die Bewährungsprobe des noch nie erfolgreich praktizierten Instituts des konstruktiven Mißtrauensvotums? Oder einfach das Urteil darüber, ob der FDP-Vorsitzende Hans-Dietrich Genscher mit seinem halsbrecherischen Manöver Erfolg hat, die politische Bühne ohne Umbaupause volle 180 Grad um die kleine angeschlagene FDP, ja, mehr noch: um sich selbst als Achse zu wenden? Das alles gewiß auch.

"Was sagt ihr nun?"

Am Ende gab es bei der Union nur eine Haltung: Schulterschluß mit der FDP zum Zwecke des Mißtrauensvotums gegen Helmut Schmidt, des Sesam-öffne-dich für die Rückkehr an die Macht.

Wechsel ohne Deckung

Will man die Ursachen für den überraschenden Ausgang der Landtagswahl in Hessen auf eine Kurzform bringen, so muß man feststellen: Der beabsichtigte Koalitionswechsel in Hessen war Ursache für eine Abkehr sozial-liberaler Wähler von der FDP.

Das Programm für den Wechsel

Von den bisherigen Regierungsbeschlüssen entfallen die vorgesehenen Regelungen für die Betriebspensionen und das Ehegattensplitting.

Vom Aufbruch zum Bruch

Nicht der Anfang, das Ende trägt die Last. Niemand kann sich dem Zwang entziehen, nach dem Zusammenbruch der sozial-liberalen Koalition ihre Leistung während der 13 Jahre ihrer Regierungszeit an den ungelösten Problemen zu messen, die sie hinterläßt.

Großbritannien: In weiter Ferne

Ihrer Majestät Regierung hat einen neuen Oppositionsführer Ihrer Majestät. Dieser Posten, offiziell verankert und ordentlich bezahlt, kommt zwar auf dem Papier dem Labour-Führer Michael Foot zu, nicht aber in der Meinung der Wähler.

Geschichte: Ein widersprüchliches Idol

Zum Abgang des Reichskanzlers Bismarck dichtete Ernst von Wildenbruch 1890: "Was wir durch dich geworden, Wir wissen’s und die Welt – Was ohne dich wir bleiben, Gott sei’s anheimgestellt.

Jüdische Literatur im Dritten Reich: Rückbesinnung vor dem Ende

Am 4. April 1933 erschien in der Jüdischen Rundschau" ein Aufsatz von Robert Weltsch: "Tragt ihn mit Stolz, den gelben Fleck!" Er forderte die deutschen Juden auf, sich zu ihrem Jude-Sein zu bekennen und Selbstbewußtsein gegenüber dem zunehmenden NS-Terror an den Tag zu legen.

Zeitkritik: Auf der Suche nach Gegnern

Als Ketzer wurden einst diejenigen verfolgt, die von der für die Rechtgläubigen festgesetzten, als allgemein anerkannt geltenden Kirchenlehre abwichen – "Abweichler" also, aber nicht Ungläubige, und von diesen sorgfältig unterschieden.

Reformen mit der Axt

Auch ohne die weltweite Rezession, ohne die starke Zunahme der Arbeitslosigkeit und selbst bei einem mittelmäßigen Wirtschaftswachstum wäre das in den siebziger Jahren geschaffene System sozialer Leistungen auf die Dauer nicht finanzierbar gewesen.

Zinsen: Auf gutem Wege

Die Zinssenkung macht am kurzen und am langen Ende des Marktes Fortschritte. Wunder dürfen allerdings nicht erwartet werden.

Bonner Kulisse

Seit Freitag, dem 17. September, gibt es in den Bonner Ministerien keine Beförderungen mehr aus besonderer Veranlassung, Dabei gibt es gerade in diesen Tagen genug Veranlassung, sich zum Beispiel mit einer außergewöhnlichen Beförderung für treue Dienste in den vergangenen 13 Jahren sozial-liberaler Koalition zu bedanken.

Arbeitszeitverkürzung: Schlüssel zum Paradies

Überzeugte Kapitalisten dagegen werden es freudig ergreifen – und dann wütend in die Ecke knallen. Denn so, wie sich Hanke den Endsieg des Kapitalismus vorstellt, wird er gemeinhin von Unternehmern und deren Verbänden nicht ersehnt.

Die steigende Schuldenlast

Die Verschuldung von Bund, Ländern und Gemeinden hat sich seit 1970 mehr als vervierfacht. Das Tempo der Staatsverschuldung hat in den letzten Jahren dabei noch zugenommen.

Irreparable Schäden möglich

Pampe: Es trifft tatsächlich zu, daß mindestens acht Prozent des deutschen Waldes vom Waldsterben betroffen sind. Allerdings sind diese Flächen im ganzen noch nicht so stark geschädigt, daß man sagen müßte, dieser Wald sei nun nicht mehr lebensfähig.

Zeitraffer

Verbraucher können aufatmen. Der Preisauftrieb in der Bundesrepublik schwächt sich allem Anschein nach weiter ab. In Nordrhein-Westfalen und in Baden-Württemberg verteuerte sich der Warenkorb nach ersten Berechnungen der Statistischen Landesämter nur noch um jeweils fünf Prozent.

Manager und Märkte

Sein Entschluß paßt ins Bild: Hans Janßen, im IG-Metall-Vorstand zuständig für Tarifpolitik, will dieses Ressort abgeben. Der Grund: Seine Vorschläge zur Tarifrente sind im Vorstand auf keine Gegenliebe gestoßen.

Mit Geduld gegen Anpassung

Viele junge Leute finden keine Jobs. Die Sorge um die Belastung der Umwelt nimmt zu. Vor allem Jugendliche suchen nach einer Alternative.

Deutsche Automobilindustrie: Kur mit "reichlich Kurzarbeit"

Die Optimisten in der deutschen Autoindustrie haben es immer schwerer: Jetzt muß nicht nur der Größte, der Volkswagenkonzern, die Produktion drosseln, jetzt hat auch Ford Kurzarbeit angemeldet, und selbst der Verband der Automobilindustrie (VdA) prognostiziert für dieses Jahr eine Talfahrt mit zweistelligem Produktionsrückgang für die Branche.

Schiffbauindustrie: Immer SOS von der Küste

In den Hafenstädten Hamburg und Bremen geht die Angst um, die Angst Arbeitsplätze in Unternehmen zu verlieren, die einst den Ruf und Reichtum der Hansestädte mitbegründet haben.

Europäische Gemeinschaft: Für die Deutschen zahlen?

Maggie Thatcher eröffnet die Herbstsaison mit einer Offensive der Freundlichkeit gegenüber der Europäischen Gemeinschaft. Wo immer ihre Minister in anderen EG-Ländern Reden halten, betonen sie Londons Commitment zur Einigkeit der Zehn und führen das nationale Interesse an der Fortentwicklung bestimmter Gemeinschaftsvorhaben als Beweis an.

Schweiz: Erste Opfer der Flaute

Die weltweite Rezession hinterläßt nun auch in der Schweiz ihre Spuren. Betroffen sind vor allem der schweizerische Maschinenbau und die Uhrenindustrie.

Einzelhandel: Ausverkauf bei Woolworth

Das erste Gesetz für den Erfolg eines Einzelhändlers ist, so die Londoner Financial Times "die Kundschaft zu kennen und das Sortiment entsprechend der Veränderungen im Verbraucherverhalten zu ändern".

Zeit spart Geld

Die Hypothekenzinsen sind jetzt deutlich unter zehn Prozent gesunken. Zehnjährige Hypotheken werden bei 100 Prozent Auszahlung von der Deutschen Genossenschafts-Hypothekenbank jetzt zu 9,25 Prozent angeboten.

Qualität bleibt Trumpf

Nach der Landtagswahl in Hessen war es mit der Aufbruchstimmung in den deutschen Börsensälen vorbei. Am vergangenen Montag erlebte der Aktienmarkt einen Kurssturz wie seit Jahren nicht mehr.

Ein Viertel der Jungwähler in Hessen hat den etablierten Parteien den Rücken gekehrt. Seit Jahren wächst das Mißtrauen gegen die Berufspolitiker. Wird die Republik unregierbar, weil sich die Jugend verweigert?: Monolog mit der Jugend

Es begann mit einer simplen Rechnung: "Bei den knappen Mehrheitsverhältnissen zwischen Konservativen und Sozial-Liberalen ist es für die Linke auf die Dauer eine tödliche Gefahr," schrieb Peter Glotz Anfang 1979, "wenn 20 oder 30 Prozent einer ganzen Generation sich daran gewöhnen, ‚alternativ‘ oder gar nicht zu wählen.

Von der Apo zur Apokalypse

Als ich achtzehn war, war die hohe Zeit der Apo gerade vorbei, und mit der sozial-liberalen Koalition regierte schon zwei Jahre lang die Hoffnung auf bessere, freiere, gerechtere Zeiten.

Gefährdetes Niddatal: Wohin mit den Wisenten und Hirschen?

Vor allem wohl dem Fernsehstar Professor Grzimek verdankte es Frankfurt, mit einem der vergleichsweise kleinsten zoologischen Gärten in Europa Besucherzahlen zu erreichen, die sich vor den Resultaten von London, Paris und Berlin nicht zu verstecken brauchten.

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