ZEIT: Acht bis zehn Prozent des deutschen Waldes, so der ehemalige Landwirtschaftsminister Ertl, seien geschädigt. Ist die Situation wirklich so dramatisch, Herr Pampe?

Pampe: Es trifft tatsächlich zu, daß mindestens acht Prozent des deutschen Waldes vom Waldsterben betroffen sind. Allerdings sind diese Flächen im ganzen noch nicht so stark geschädigt, daß man sagen müßte, dieser Wald sei nun nicht mehr lebensfähig.

ZEIT: Und sind die Ursachen nun der sogenannte saure Regen?

Pampe: Wir sehen die Ursachen dieses Waldsterbens in der anhaltenden Belastung der Luft mit Schadstoffen aus Großfeuerungsanlagen, natürlich auch aus anderen industriellen Anlagen. Sie geben über hohe Schornsteine konzentriert Schadstoffe in die Luft ab, die dann über weite Entfernungen getragen werden und teils trocken, teils mit dem Regen wieder absinken. Somit werden dann auch bisherige Reinluftgebiete, etwa die reinen Waldgebiete des Bayerischen Waldes, betroffen.

ZEIT: Kann man die Schäden quantifizieren?

Pampe: Das ist noch nicht möglich. Wir können jährlich rund 30 Millionen Kubikmeter Holz aus unseren Wäldern nutzen. Wenn wir jetzt einmal unterstellen würden, daß davon rund zehn Prozent ausfallen, dann bedeutete das den Verlust von drei Millionen Kubikmeter Holz...

ZEIT: das hat ja einen Wert...