Von Richard Gaul

Die Optimisten in der deutschen Autoindustrie haben es immer schwerer: Jetzt muß nicht nur der Größte, der Volkswagenkonzern, die Produktion drosseln, jetzt hat auch Ford Kurzarbeit angemeldet, und selbst der Verband der Automobilindustrie (VdA) prognostiziert für dieses Jahr eine Talfahrt mit zweistelligem Produktionsrückgang für die Branche.

Dabei ist das Jahr für Deutschlands Autobauer bisher gut gelaufen: Zwar hielten sich die Käufer im Inland zurück, steigende Nachfrage aus dem Ausland brachte aber im ersten Halbjahr einen realen Umsatzzuwachs von neun Prozent und erlaubte bis August eine Produktionssteigerung von zwölf Prozent.

Das aber soll, so meint Achim Diekmann, der Geschäftsführer des VdA, nun zu Ende sein. In Deutschland werde es, entgegen den Erwartungen vom Jahresbeginn, 1982 ein Zulassungsminus von rund zehn Prozent geben; und auch im Export werde das Verkaufen schwerer. Rezession und Währungsverschiebungen minderten die Chancen deutscher Autos. Die bisher hohe Beschäftigung lasse sich deshalb wohl nicht mehr halten; in den nächsten Wochen müsse "reichlich Kurzarbeit" verordnet werden.

Reichlich ist schon die Produktionseinschränkung von VW: 75 000 Mitarbeiter bleiben seit Montag dieser Woche für vierzehn Tage zu Hause, 50 000 Autos werden nicht gebaut; weitere umfangreiche Feierschichten sind angekündigt.

Die zehn Tage Kurzarbeit für viertausend Ford-Beschäftigte nehmen sich dagegen vergleichsweise bescheiden aus. Und so müht sich denn auch das Kölner Management, ihre Produktionsreduzierung herunterzuspielen: "Lediglich" in Köln-Niehl stünden die Bänder still, nur für die großen Ford-Typen gebe es zu wenig Nachfrage.

Weitere Nachahmer wird VW ohnehin so bald nicht finden; bei Opel, Daimler-Benz, BMW und Porsche wird einhellig versichert, daß Kurzarbeit auf absehbare Zeit nicht in Frage komme: