Ben Witter: "Spaziergänge mit Prominenten". Seit Jahren geht Ben Witter mit Leuten spazieren, die zur Prominenz zählen und deren Gesichter man kennt. Das Resultat seiner Spaziergänge ist immer ein Porträt: ein Porträt in der Bewegung, im Schlendergang; kein Interview im üblichen Sinne, eher ein konzentrierter Dialog, der nicht nur die Oberfläche streift, sondern ganz Persönliches offenlegt. Ben Witter beobachtet scharf das leicht zu übersehende, er hört das oft und gern Verschwiegene; seine Art, die Partner seiner Spaziergänge zu skizzieren, geht unter die Haut. Er beherrscht die Kunst des Weglassens, bis nur das Wesentliche übrigbleibt. Und immer entsteht etwas, das mehr Erzählung ist als Gesprächsprotokoll: die Geschichte eines Menschen, der sich unversehens dazu verführt sieht, über sich selbst nachzudenken, konventionelle Schweigepflichten für die Dauer eines Spaziergangs zu vergessen und zuweilen sprachlos zu sein. (Hoffman und Campe Verlag, Hamburg; 244 S.; Abb.; 28,– DM.)