Chiffre für das Scheitern – Seite 1

Die Geschichte von Weimar: Das Versagen der Demokraten und die Schuld der Mächtigen

Von Heinrich August Winkler

Man schrieb das Spätjahr 1929, aber es klingt wie Spät-Sommer 1982. Seine Partei gedenke, sich nicht länger zum "Schrittmacher sozialistischer Wirtschartsforderungen" machen zu lassen, rief unter dem brausenden Beifall seiner politischen Freunde der Vorsitzende der rechtsliberalen Deutschen Volkspartei, Ernst Scholz, aus. Die DVP war die rechte Flügelpartei der seit Juni 1928 regierenden Großen Koalition. Aber auch bei der linken Flügelpartei, den Sozialdemokraten, gab es viel Unmut über die bürgerlichen Partner. "Man kann eine hohe Belohnung aussetzen für den Nachweis eines einzigen seit Eintritt der Partei in das Reichskabinett erfolgten Regierungs- oder Parlamentsbeschlusses, der als Abschlagszahlung auf sozialdemokratische Forderungen gewertet werden könnte ...", schrieb Kurt Rosenfeld, ein Führer des linken Flügels der SPD. Jetzt gilt es, aus dieser Tatsache die richtigen Konsequenzen zu ziehen, rechtzeitig, bevor weitere Belastungen der Partei eingetreten sind. Im Interesse der Partei, im Interesse des Proletariats! Heraus aus der Reichsregierung!"

Die Zitate finden sich in dem soeben erschienenen Buch eines Berliner Historikers

Hagen Schulze: "Weimar. Deutschland 1917-1933"; Verlag Severin und Siedler, Berlin 1982, 462 S., DM 68,– (ab 1.1.1983: DM 78,-).

Weimar scheint wieder aktuell geworden zu sein. Seit die Zahl der Arbeitslosen sich der Zwei-Millionen-Grenze nähert und das Dreiparteiensystem in Auflösung begriffen ist, sind viele Bundesbürger nicht mehr so sicher, ob Bonn nicht doch noch Weimar oder zumindest Weimar ähnlicher werden könnte. Noch sei die Ahnung nicht widerlegt, schreibt Schulze, daß Weimar möglicherweise "eine Chiffre für die Gefährdung der liberalen Demokratie im zwanzigsten Jahrhundert darstelle ... Deshalb ist das Interesse an Weimar politisch, nicht antiquarisch. Die erste deutsche Republik ist die große Negativfolie, auf der sich die Existenz der zweiten spiegelt."

Schulze hat sich vor allem als Biograph des "roten Zaren von Preußen", des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Otto Braun, einen Namen gemacht. Sein neues Buch ist die erste Gesamtdarstellung der Weimarer Republik seit langem. Es bildet zugleich den Auftakt zu einem ehrgeizigen Vorhaben des Verlages Severin und Siedler: einer auf sechs Bände angelegten Neueren Deutschen Geschichte (mit dem Obertitel "Die Deutschen und ihre Nation"), deren Publikum, wie man früher wohl sagte, die Gebildeten aller Stände sein sollen. Bei der Ausgestaltung hat der Verlag nicht gespart. Zahlreiche Schaubilder und Porträts, zeitgenössische Plakate und Karikaturen veranschaulichen den Text. Und falls, wie zu vermuten, den Autoren ein guter und allgemein verständlicher Stil zur Auflage gemacht worden ist – Hagen Schulze bedurfte da keiner besonderen Ermahnung. Er kann schreiben.

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Bei der Gliederung des Buches hat der Autor dagegen keine sehr glückliche Hand gehabt. Der Band besteht aus drei Teilen: "Die Bühne", "Das Drama", "Die Kritik". Das klingt literarisch anspruchsvoll. Für den Leser bedeutet diese Abfolge: Bevor er mit den Anfängen der ersten deutschen Republik, dem Beginn des Dramas vertraut gemacht wird, hat der Verfasser ihn auf 140 Seiten bereits sachkundig über die "Bühne", nämlich Konjunkturen und Finanzen, Parteien und Verbände, Verfassung, Bürokratie und Militär, Dichter und Denker von Weimar informiert. Auf diese Weise geht jedoch viel Spannung verloren, und es ist zu befürchten, daß mancher das Buch beiseitelegt, ohne auch nur bis zur Revolution von 1918/19 vorgedrungen zu sein. Ob der Leser die "Kritik" – den Streit der Historiker, der auf mageren 13 Seiten am Ende des Textteils nur noch eben gestreift wird – zur Kenntnis nimmt, hängt von seiner Ausdauer ab

Die einzelnen Kapitel sind oft abgerundete Essays für sich – so der Abschnitt über das kulturelle Leben, der den Autor als einen Meister der zupackenden Charakterstudie und als sensiblen Interpreten des "Zeitgeistes" ausweist. Auch sonst gibt es in diesem Buch eine Fülle funkelnder Formulierungen. "In der Geschichte geschehen Wunder, die niemand bemerkt", schreibt Schulze über den Vertrag von Versailles – und er hat völlig recht, wenn er, seine These begründend, fortfährt: "Niemand sieht, worin das eigentlich Erstaunliche dieses Friedens liegt: Daß nämlich das Deutsche Reich, von einigen Grenzänderungen abgesehen, den Weltkrieg überhaupt als Ganzes überdauert hat."

Ähnlich pointiert ist das Urteil über die Wertfreiheit, der die Verfassungsväter von 1919 huldigten. Sie hätten, sagt Schulze, die Republik zu einem "politischen Niemandsland" gemacht, "das den Durchmarsch der Weltanschauungsparteien in irgendwelche, jedenfalls ganz andere Gemeinschaftsformen freigibt. Die politische Utopie scheint wirklicher als die Wirklichkeit..."

Neben dem treffsicheren Bonmot stehen freilich auch frappierende Irrtümer. Da wird der eben gewählte Reichspräsident von Hindenburg zum Vorkämpfer der Großen Koalition stilisiert, obwohl nach dem Szenario seines Staatssekretärs Meißner Ende 1925 nur zum Schein mit der SPD verhandelt wurde. Das Scheitern dieser Gepräche war vorprogrammiert: Sie dienten als Alibi jenes bürgerlichen Minderheitskabinetts Luther, das Hindenburgs wichtigster Berater seit Beginn der damaligen Regierungskrise angesteuert hatte.

Noch ärgerlicher ist, daß Schulze die offenbar nicht auszurottende Legende weiterwuchern läßt, die SPD habe sich im Frühjahr 1930, als die letzte Große Koalition unter dem sozialdemokratischen Kanzler Hermann Müller zerbrach, gegen eine Er-Kanzler der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gewan dt. In Wahrheit war sie für eine Erhöhung der Beiträge und gegen eine Senkung der Leistungen. Es stimmt auch nicht, daß die anderen Parteien eine Erhöhung der Beiträge "um mindestens vier Prozent" für notwendig hielten. Richtig ist, daß der Streit darum ging, ob die Beiträge bei ist, Prozent des Lohnes gehalten oder auf vier Prozent erhöht werden sollten, und daß die Deutsche Volkspartei, den Wünschen der Arbeitgeber folgend, eine solche Erhöhung ablehnte. Überraschung wird schließlich eine Nachricht aus dem geistigen Deutschland auslösen. 1933, so lesen wir, habe Martin Heidegger die Universität Heidelberg Hitler vor die Fuße gelegt – daß der Arm des damaligen Freiburger Rektors so weit reichte, war bislang nicht bekannt.

Historische Gesamtdarstellungen stehen und fallen mit ihrer Perspektive. Schulzes Perspektive läßt sich am ehesten mit dem Stichwort "Selbstpreisgabe einer Demokratie" kennzeichnen. Das Buch schließt mit dem Verdikt, "daß Weimar nicht schicksalhaft oder bedingt durch anonyme Sachzwänge scheitern mußte – die Chance der Gruppe wie der Einzelnen, sich für Weimar zu entscheiden und dem Gesetz der parlamentarischen Demokratie zu gehorchen, nach dem man angetreten war, hat immer bestanden."

Diese These hat auf den ersten Blick vieles für und bei genauerem Hinsehen manches gegen sich. Es ist ja gar nicht zu bestreiten, daß die klassische Staatspartei der ersten Republik, die Sozialdemokratie, immer wieder versucht hat, sich den Erfordernissen der parlamentarischen Demokratie, der von ihr selbst hervorgebrachten Regierungsform, zu entziehen. Seit dem Herbst 1922, als Mehrheitssozialisten und Unabhängige Sozialdemokraten sich wieder zu einer Partei vereinigt hatten, wurde "Koalitionspolitik" – wenn überhaupt – nur noch mit schlechtem Gewissen betrieben. Der linke Flügel, der vor allem aus ehemaligen Unabhängigen bestand, ging in seiner politischen Verblendung so weit, der SPD um der Reinheit der marxistischen Lehre willen die Rolle einer "geborenen Oppositionspartei" zuzuschreiben – dieselbe Rolle also, die den Sozialdemokraten im kaiserlichen Obrigkeitsstaat zugefallen war.

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Aus Angst, die Linke zu verprellen und Wähler an die Kommunisten zu verlieren, entschied sich die Parteiführung in der Regel für den Weg des geringsten Widerstandes. Sie zog die Tolerierung bürgerlicher Kabinette der eigenen Machtteilhabe vor, und wenn sie in eine Große Koalition eintrat, dann nur unter dem Vorbehalt und auf Abruf. Das war so 1923, als die SPD unter Stresemanns Kanzlerschaft zweieinhalb Monate mitregierte, und es war nach dem Juni 1928 nicht anders, als sie in Hermann Müller selbst den Reichskanzler stellte.

Der Wunsch nach "nationaler Diktatur"

Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere ist die Haltung von Stresemanns Deutscher Volkspartei. Die DVP war ihrem Selbstverständnis nach eine liberale, aber keine demokratische Partei. Ihr rechter Flügel, die Lobby der Schwerindustrie, wollte nicht die parlamentarische Demokratie, sondern erstrebte bereits im Krisenherbst 1923 die Errichtung einer "nationalen Diktatur" und in der Folgezeit den allmählichen Übergang zum Präsidialsystem – mindestens aber eine Regierung ohne Sozialdemokraten.

Schulze kritisiert zu Recht den marxistischen Ballast der SPD. Die Doktrin vom Klassenkampf stand im Widerspruch zu den Kompromißzwängen der parlamentarischen Demokratie. Daran gibt es nichts zu deuteln. Aber der Klassenkampf von unten war nicht nur ein ideologisches Erbe der Vergangenheit, sondern auch gegenwärtige Erfahrung – Reaktion auf den Klassenkampf von oben, auf den Klassendünkel des Bürgertums, auf Klassenjustiz und Klassenwissenschaft. "Die deutsche Gesellschaft verstand sich zutiefst als eine bürgerliche Gesellschaft", schreibt Schulze. Ein bezeichnender, erstaunlicher Satz: er stimmt in gewissem Maße, insofern nämlich als er ganz der Vorstellung des damaligen Bürgertums entsprach – und er ist zugleich grundfalsch . Denn er schließt jenes runde Drittel der deutschen Gesellschaft, das zwar nicht aus Bilderbuchproletariern, aber doch aus mehr oder minder klassenbewußten Arbeitern bestand, aus eben dieser Gesellschaft aus

Weimar war eine Klassengesellschaft, aber es war nicht schon deshalb zum Scheitern verurteilt. Die größte Chance, sich die Aussicht auf ein langes Leben zu sichern, hatte die erste Republik in ihrer Geburtsstunde. Damals bestand zwar nicht die Möglichkeit einer Totalumwälzung nach Art der russischen Oktoberrevolution von 1917 oder der französischen Revolution von 1789 – dazu war Deutschland schon viel zu industrialisiert. Es brauchte, wenn es nicht im Chaos versinken wollte, ein beträchtliches Maß an Kontinuität, vor allem im Bereich der öffentlichen Dienstleistungen. Und angesichts eines halben Jahrhunderts Erfahrungen mit dem allgemeinen gleichen Wahlrecht mußte eine "Diktatur des Proletariats" nach russischem Vorbild auch der großen Mehrheit der deutschen Arbeiter als ein Rückschritt gegenüber dem bereits erreichten Grad an Demokratie erscheinen.

Aber Schulze geht weiter. Seine These ist, es habe 1918/19 zu dem umfassenden Arrangement zwischen den Sozialdemokraten und den alten Gewalten in Militär, Bürokratie und Wirtschaft keinerlei realistische Alternative gegeben. Gegen eine derart pauschale Rechtfertigung der Politik von Ibert und Noske sind seit Jahrzehnten ernsthafte Einwände vorgetragen worden – doch Schulze wischt sie mit leichter Hand beiseite. Die Sozialisierung, schreibt er etwa, hätte den Bürgerkrieg bedeutet. Aber um "die" Sozialisierung ging es überhaupt nicht, sondern praktisch immer nur um die Vergesellschaftung des Steinkohlebergbaus, eines Bollwerks der sozialen und politischen Reaktion. Daß das deutsche Bürgertum im Winter 1918/19 für die Wahrung des Besitzstandes von Krupp, Stinnes und Thyssen auf die Straße oder gar auf die Barrikaden gehen würde, das haben nicht einmal die betroffenen Zechenbesitzer zu hoffen gewagt. Schulze pflegt eine konservative Legende, wenn er das Gegenteil unterstellt.

War Weimar überhaupt noch zu retten, nachdem, um im Jargon unserer Tage zu reden, die soziale Infrastruktur des Obrigkeitsstaates die Revolution von 1918/19 im wesentlichen unbeschädigt überstanden hatte? Manche Geschichtsforscher verneinen diese Frage, aber Schulze warnt zu Recht vor einem solchen historischen Fatalismus. Sein Postulat, es habe gegolten, sich entsprechend den Gesetzen der parlamentarischen Demokratie zu verhalten, ist ganz richtig. Nur muß man gerechterweise hinzufügen, daß die Einhaltung dieser Maxime ungeheuer schwierig war.

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Denn schon bei der Reichstagswahl vom Juni 1920 hatten die Parteien der "Weimarer Koalition" – Sozialdemokraten, Zentrum, Deutsche Demokratische Partei – die parlamentarische Mehrheit verloren. Mehrheitsregierungen waren fortan nur noch möglich als Große Koalition, mit SPD und DVP als Flügelparteien, oder als Bürgerblock, der die Deutschnationalen einschloß. Da beide Bündnisse schwer zustande zu bringen waren, bildeten bürgerliche Minderheitskabinette, die mit wechselnden Mehrheiten regierten, den Regelfall.

Die zwei Seiten des Artikels 48

Aber "Weimar" bedeutete nicht notwendig parlamentarische Demokratie. Es gab ja auch den Artikel 48 – den Notstandsartikel der Weimarer Verfassung, der es dem Reichspräsidenten unter bestimmten (oder vielmehr ziemlich unbestimmten) Bedingungen gestattete, an die Stelle des Reichstags zu treten und die Rolle eines Ersatzgesetzgebers zu übernehmen. Schulze preist die Weisheit dieser "Reserveverfassung", die es der ersten Republik immer wieder ermöglichte, schwere Krisen zu überstehen. Nun hat in der Tat schon der erste Reichspräsident, Friedrich Ebert, vom Notverordnungsrecht des Artikels 48 einen sehr großzügigen Gebrauch gemacht und theoretisch hätte derselbe Artikel auch noch 1933 dazu dienen können, eine Kanzlerschaft Hitlers zu verhindern.

Zwei Dinge sprechen jedoch gegen die Weisheit der Verfassungsväter. Erstens bestärkte die präsidentielle "Reserveverfassung" die Parteien in ihrem Hang, aus der Verantwortung zu fliehen, und zweitens hing alles von der Person des Staatsoberhaupts ab. Solange an der Spitze des Reiches ein Demokrat wie Ebert stand, waren dem Mißbrauch des Artikels 48 Grenzen gesetzt. Unter seinem Nachfolger, dem kaiserlichen Feldmarschall von Hindenburg, konnte man nicht mehr sicher sein, daß die Machtbefugnisse des Präsidenten im Ernstfall dem Schutz der demokratischen Republik dienen würden.

Weil dem so war, war Weimar nach der Auflösung der letzten Großen Koalition im März 1930 wohl nicht mehr zu retten – jedenfalls nicht als parlamentarische Demokratie. Wie aber sollte Weimar als Präsidialsystem überleben gegen mobilisierte Massen auf der einen Seite und jene konservative Kamarilla um Hindenburg auf der anderen, für die Brüning ein "Agrarbolschewist" und der General von Schleicher, der letzte Kanzler vor Hitler, ein verkappter Sozialist war?

Schulze gibt die Schuld für das Scheitern der parlamentarischen Demokratie im Frühjahr 1930 ausschließlich den Sozialdemokraten. Daß die SPD die Große Koalition wegen des Streits um die Arbeitslosenversicherung verließ, war in der Tat ein schwerer Fehler, wieder einmal nahmen die Sozialdemokraten das Odium auf sich, vor den Konsequenzen der parlamentarischen Regierungsweise davonzulaufen, und bestätigten damit das Vorurteil, daß dieses System für Deutschland eben nicht geeignet sei. Aber die Tage der parlamentarischen Demokratie waren ohnehin gezählt. Reichspräsident und Reichswehr waren längst entschlossen, zum Präsidialsystem überzugehen – und, wenn irgend möglich, der SPD die Verantwortung dafür in die Schuhe zu schieben.

Die SPD spielte, als sie sich im März 1930 kompromißunwillig zeigte, wieder einmal das Spiel ihrer Gegner. Dann bestand ihr Versagen. Ein Stück "Selbstpreisgabe der Demokratie" gehört mithin zu den Ursachen des Scheiterns von Weimar. Größer aber war die Verantwortung derer, die zielstrebig auf den Bruch mit der parlamentarischen Demokratie hinarbeiteten. Dazu gehörte seit Stresemanns Tod im Oktober 1929 die Deutsche Volkspartei mehr als jemals zuvor; dazu rechneten aber auch, in abgeschwächter Weise, aus anderen Motiven, Teile des Zentrums um den designierten Kanzler Heinrich Brüning. Schulze setzt die Akzente nicht richtig, wenn er den Demokraten mehr Schuld aufbürdet als denen, die auf diesen Ehrentitel keinen Anspruch erheben konnten.

Eine Legende über Weimar zerstört Schulze jedoch mit großem Erfolg: die Behauptung, die erste deutsche Republik sei an den "Extremisten von rechts und links" gescheitert. Die Nachfolger der damaligen christlichen Parteien, der Liberalen und der Sozialdemokraten haben allesamt Anlaß zu historischer Selbstkritik. Solche Selbstkritik bietet die beste Gewähr dafür, daß Bonn nicht doch noch Weimar wird.