Gombrich, Hofmann, Syamken, Warnke über Aby Warburg

Von Günter Metken

Noch vor wenigen Jahren war es schwierig, sich eine Vorstellung von Aby Warburg zu machen. Gewiß, das Harburg Institute" in London und sein Kreis von Gelehrten genossen Weltruf. Aber wie es dazu gekommen war, wußte man ebenso wenig, wie man Warburg selbst kannte, einen deutschen Kunst- und Kulturhistoriker, dessen Wirkung sich mit der Carl Jacob Burckhardts vergleichen läßt. Aber anders als bei Burckhardt gibt es von Warburg nicht das eine große Buch und Werk, sondern eine sich aus vielen, oft sehr spezialisierten Untersuchungen (meistens von der Kunst der Renaissance ausgehend) zusammensetzende Theorie. Neuerdings aber steht nun gediegene und Jedermann erreichbare Auskunft zur Verfügung: Die Sammlung von Schriften und Würdigungen, eine kongeniale Biographie, endlich der Band mit Annäherungen, die aus dem Jubiläumsjahr (1979 jährte sich der Todestag zum 50. Mal) hervorgegangen sind –

Aby M. Warburg: "Ausgewählte Schriften und Würdigungen", herausgegeben von Dieter Wuttke; Verlag Valentin Koerner, Baden-Baden; 638 S., 48,– DM;

Ernst H. Gombrich: "Aby Warburg, eine intellektuelle Biographie"; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt; 478 S., 74,– DM;

Werner Hofmann, Georg Syamken, Martin Warnke: "Die Menschenrechte des Auges – Über Aby Warburg"; Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt; 189 S., 34,– DM.

Eine Persönlichkeit wird nun sichtbar, in der sich die Gegenwart mit all ihren Brüchen spiegelt.