Schule und Hochschule sind im bayerischen Landtagswahlkampf kaum ein Thema. Oder besser gesagt: Einer Landtagswahl, bei der die Opposition darum kämpft, daß die regierende CSU wenigstens die Zweidrittelmehrheit verfehlt, kommen keine Themen hoch. Entgegen früheren Voraussagen ist Hans Maier auch nicht an den Kabinettstisch Helmut Kohls berufen oder weggelobt worden. Als Chef des Ministeriums am Münchener Salvatorplatz hat er eh mehr bildungspolitischen Einfluß denn als Minister in Bonn.

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Die neue Bildungsministerin Dorothee Wilms, einzige Frau im neuen Kabinett, hat schon vor einiger Zeit eine erfreuliche neue Bildungsmöglichkeit entdeckt – gerade für Frauen: das Fernsehen. "Ich darf hier nur daran erinnern, welche Chancen die Medien, vor allem das Fernsehen, in bezug auf die Weiterbildungsmöglichkeiten besonders für Frauen bieten. Sie schaffen darüber hinaus Kontaktmöglichkeiten für die Frauen, denn Weiterbildung durch Medien ist vor allem im Medienverbund effektiv." So Dorothee Wilms 1981 im Bundestag.

Und warum sollen gerade Frauen vor dem Bildschirm lernen und über Elektronik mit anderen ins Gespräch kommen? Weil viele Frauen "durch Familie oder Beruf zeitlich und örtlich stark gebunden und wenig mobil sind", weshalb es "gerade für Frauen wichtig ist, daß ein noch stärkerer Dialog zwischen Medium und Konsumenten zustande kommt". Verkabelung als neues Instrument der Frauen- und Bildungspolitik?

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Ansonsten wird gespart werden. Mit der Umstellung des Studenten-Bafög auf Darlehen und der Streichung der Leistungen für alle Schüler wollen CDU/CSU und FDP im nächsten Jahr 200 Millionen Mark weniger ausgeben als heute, von 1984 an sogar 800 Millionen Mark jährlich einsparen. Wenn demnächst Banken den Studenten ihre Darlehen auszahlen, hätte der Staat nur noch für die Zinslast aufzukommen. Man könnte die Ausbildungsförderungsämter auflösen und noch einen Kostenfaktor beseitigen. Also doch ein Lichtblick für die Studenten: Statt bürokratischer Verwalter als Gegenüber haben sie dann die Bank an ihrer Seite.

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