Ein saudumma Tag war da Freitag.

Oktoberfest-Kellnerin über den Tag des Mißtrauensvotums gegen Helmut Schmidt, an dem weniger Bier getrunken wurde als sonst.

Das ist der Beweis, daß Politik und Wies’n nicht zusammenpassen.

Wies’n-Wirt über dasselbe Dilemma. (Aus der "Süddeutschen Zeitung")

Striebeck will nicht mehr

Nun also doch: Nachdem er wiederholt mal von Amtsmüdigkeit und Rücktritt, dann wieder von Amtslust und Vorwärtsverteidigung gegenüber der wachsenden Zahl seiner Kritiker (auch aus dem eigenen Haus) schwadroniert hat, erklärt einer von Deutschlands jüngsten Intendanten, der vierundvierzigjährige Schauspieler Peter Striebeck, seinen Vertrag am Hamburger Thalia Theater nicht über 1985 hinaus verlängern zu wollen. Mit Energie wollte Striebeck 1980 Boy Goberts Nachfolge antreten. Noch ehe die neuen und guten Leute, die er ans Thalia binden wollte (Palitzsch, Giesing, Steckel), ihm hätten Konkurrenz machen können, hat Striebeck sie wieder ausgebootet und auch dem jungen Regisseur keine Chancen mehr gegeben, der die einzigen Lichtblicke der Ära Striebeck beschert hat: Benjamin Korn ("Fegefeuer in Ingolstadt", "Nathan", "Leonce und Lena"). Noch ehe er mit anspruchsvolleren Stücken seinem Spielplan hätte Profil geben können, steckte Striebeck zurück. So siecht das Thalia Theater dahin. Spannender als die Premieren sind seit langem die Berichte vom Krach hinter den Kulissen. Jetzt hätte der Kultursenator Tarnowski die Möglichkeit, mit Jürgen Flimm, der Köln verlassen will, einen Mann nach Hamburg zu holen, der zu Goberts Zeit für die interessantesten Aufführungen gesorgt hat. Aber auch Gerhard Klingenberg wird genannt; der hat sich soeben den Hamburgern empfohlen mit einer Inszenierung ("Wie es euch gefallt"), wie sie ähnlich flott und platt schon in den fünfziger Jahren hätte langweilen können.

Die Dichter und die Kriminellen II