Josef Stingl, Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, mußte weit zurückblättern, um einen Vergleich für die hohe Arbeitslosigkeit im September dieses Jahres zu finden: Über 1,8 Millionen – das entspricht einer Quote von 7,5 Prozent – gab es das letztemal in einem Septembermonat kurz nach dem Krieg. Die Zahl der Kurzarbeiter hat sich ebenfalls dramatisch erhöht. Gegenüber dem Vormonat stieg sie im September um 79 Prozent auf über 583 000. Um 17 Prozent gesunken ist dagegen die Zahl der offenen Stellen auf jetzt gut 88 000. Das bedeutet statistisch gesehen, daß auf jede offene Stelle 22 Arbeitslose kommen.

Wie in der Vergangenheit sind auch jetzt Frauen mit einer Quote von 8,8 Prozent stärker von der Arbeitslosigkeit betroffen als Männer mit 6,6 Prozent. Und besonders problematisch ist die hohe Zahl der jugendlichen Arbeitslosen: Fast 190 000 junge Menschen unter zwanzig Jahren sind bei den Arbeitsämtern registriert, 41 Prozent mehr als vor einem Jahr. Unter den ausländischen Mitarbeitern stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent auf 243 000.

Da sich "die konjunkturelle Abwärtsbewegung auf dem Arbeitsmarkt nach der Sommerpause beschleunigt hat", erwartet Stingl schon für den Dezember eine Arbeitslosenzahl von über zwei Millionen. Die Finanzierung der Arbeitslosigkeit ist – so der Präsident – für dieses Jahr noch gesichert, für 1983 ist der jetzt geplante Haushalt der Bundesanstalt aber "nicht mehr zu halten". Ho