Agenten-Treff

Der Auszug der PLO-Kämpfer aus West-Beirut brachte den westlichen Geheimdiensten unverhoffte Aufschlüsse. Mit den Freischärlern verließen nämlich zahlreiche Ostblock-Agenten die eingeschlossene libanesische Hauptstadt. Geheimdienstler aller Länder – amerikanische, britische, französische, italienische, türkische und israelische – ließen es sich nicht entgehen, die Konterfeis ihrer östlichen Kollegen auf Film zu bannen. Auf Militär-Jeeps brachte die PLO wertvolles Überwachungsgerät und östliche Geheimdienst-Dokumente an Bord eines der Evakuierungsschiffe. Israelische Soldaten stoppten den Konvoi, um den westlichen Beobachtern ausgiebig Zeit zum Photographieren zu geben. Bei der Ankunft des Schiffes auf Zypern wären die Jeeps leer. Die brisante Fracht war unterwegs ins Meer geworfen worden.

Brisante Ambitionen

Der pakistanische Präsident Zia ul Haq läßt zielstrebig auf einen Atomtest hinarbeiten. Unklar ist nur noch, woher das spaltbare Material kommen wird. Zwei Produktionsanlagen im Lande stehen als mögliche Lieferanten bereit: In der Kahuta-Anlage nahe Islamabad experimentiert ein Wissenschaftler-Team mit angereichertem Uran. Der Leiter des Projekts, Abdul Quader Khan, eignete sich das notwendige Know-how Anfang der siebziger Jahre bei der Uranzentrifuge im holländischen Almelo an. Jetzt befürchtet er, daß für den Bau der ersten pakistanischen Atombombe Plutonium, produziert von dem 135-Megawatt-Kernkraftwerk Kanupp in der Nähe von Karachi, benutzt wird. Hiergegen läuft der eigenwillige Wissenschaftler Sturm. Präsident Zia konnte sich – so sagen die Meldungen – bisher nicht entscheiden. Denn hinter dem Kahuta-Projekt steht das Militär, auf das er angewiesen ist.

Aus der Redaktion

Dr. Christoph Bertram hat am 1. Oktober die Leitung des Politischen Ressorts übernommen. Er ist 45 Jahre alt, promovierter Jurist und hat sich in den vergangenen acht Jahren als Direktor des Londoner International Institute for Strategie Studies weltweit einen Namen gemacht.

ZEIT-Reporter Dieter E. Zimmer hat von der "Deutschen Gesellschaft für Psychologie" den Preis für Wissenschaftspublizistik erhalten. Aus der Begründung: "Der Preissträger hat mit der Emotionsforschung ein fundamentales Problemfeld jeder Verhaltenswissenschaft aufgegriffen, das trotz seiner großen interdisziplinären Tradition gegenwärtig in der Forschung vernachlässigt, von widersprüchlichen Theorieansätzen beherrscht und schwer zu überblicken ist. Es ist ihm nicht nur gelungen, den fruchtbaren Bestand psychologischer, evolutionsbiologischer und neurophysiologischer Erkenntnisse ebenso interessant wie zutreffend darzustellen, sondern die Erkenntnisse in einer Weise zu integrieren, die in ihrer Urteilskraft überzeugt und aktuelle Einsichten in moderne Lebensbedingungen vermittelt."