Mit Unterstützung der Landesregierung werden AEG-Arbeitsplätze in Baden-Württemberg gerettet. Ministerpräsident Späth gefährdet damit jedoch die Sanierung des gesamten Konzerns und zwingt AEG-Chef Dürr dazu, in anderen Unternehmensteilen noch mehr Mitarbeiter zu entlassen.

AEG-Chef Heinz Dürr muß nun doch brutaler werden, als er es bisher geplant hat: Die Sanierung im Hausgerätebereich des zweitgrößten Elektrokonzerns wird mehr Arbeitsplätze kosten, als bisher angenommen wurde. Und diese Arbeitsplätze werden geopfert, weil Baden-Württembergs Ministerpräsident Lothar Späth im Verein mit der Bosch-Siemens-Hausgeräte GmbH in seinem Lande Arbeitsplätze bei der AEG-Beteiligung Neff retten wollte.

Dürrs Konzept für das verlustreiche Geschäft mit Herden, Wasch- und Spülmaschinen, Kühlschränken und Tiefkühltruhen sah bisher die Schließung von zwei Werken in Baden-Württemberg und die Verlagerung der Produktion in andere Betriebe vor. Bessere Auslastung der verbleibenden Fabriken sollte die Verluste mindern.

Diese Rechnung hatte der AEG-Chef aber ohne die Landesregierung gemacht. Ministerpräsident Späth, sah heimische Arbeitsplätze gefährdet und machte sich daran, als Retter der Beschäftigung im baden-württembergischen Bretten und bei Zanker in Tübingen in das Spiel einzugreifen. Dabei küm- – merte es den Provinzregenten wenig, ob diese Rettung nicht andernorts neue Probleme bei AEG aufwarf, ja ob nicht der Vergleich des zweitgrößten deutschen Elektrokonzerns dadurch gefährdet wurde.

Späth hatte mit seiner Aktion Erfolg, der AEG-Konkurrent Bosch-Siemens-Hausgeräte reichte die hilfreiche Hand und will in Bretten rund tausend der zweitausend Arbeitsplätze erhalten.

Damit aber ist Dürrs Sanierungskonzept Makulatur. Ohne die Verlagerung der Produktion aus Baden-Württemberg lassen sich in anderen Hausgeräte-Werken die Kosten nicht in dem gewünschten Maß senken, in der AEG-Zentrale in Frankfurt muß neu gerechnet werden.

Für den AEG-Chef gibt es nur zwei keiten: