Helmut Schmidt wird von seiner Partei bedrängt, sich für die Neuwahlen im März 1983 abermals als SPD-Kanzlerkandidat zur Verfügung zu stellen. Er zögert mit der Antwort – zu Recht.

Fast achteinhalb Jahre lang war Schmidt als Bundeskanzler in den Sielen, zuvor vier Jahre als Minister. Er hat trotz aller Widrigkeiten einen guten Abgang gehabt. Warum ihn, der nicht der gesündeste ist, jetzt nochmals ins Geschirr prügeln?. Die Kanzlerkandidatur wäre eine reine Verschleißposition. Nicht einmal die Sozialdemokraten glauben, daß sie die nächsten Wahlen gewinnen können. Gelänge es ihnen wider Erwarten doch, so stünde Helmut Schmidt bloß eine rasche Blockage und Demontage durch seine eigene Partei bevor. Das hat er nicht nötig. Ebensowenig ist ihm zuzumuten, bloß zum Verlieren anzutreten. Dafür – auch für den Posten des Oppositionsführers im Bundestag – müßte ein Jüngerer her, der die Chance hat, die Scharte das nächste oder übernächste Mal wieder auszuwetzen.

Für eine Galionsfigur an der "Andrea Doria" ist Helmut Schmidt zu schade. Als Elder Statesman könnte er der Nation bessere Dienste leisten.

Th. S.