Für die Rentenfonds-Sparer sind die mageren Zeiten vorüber. Die jetzt im Abklingen befindliche Hochzinsphase sorgt nicht nur für höhere Ausschüttungen, sondern – was noch erfreulicher ist – für steigende Rentenkurse und damit auch für entsprechende Wertsteigerungen bei den Rentenfonds-Anteilen.

Wann hat es schon einmal Zeiten gegeben, in denen innerhalb von neun Monaten bei Rentenfonds die Rücknahmepreise um mehr als 20 Prozent gestiegen sind? Bei einigen Fonds, soweit sie die innen anvertrauten Gelder im Ausland anlegen dürfen, sind in diesem Jahr solche Wertsteigerungen eingetreten. Drei Faktoren haben positiv zusammengewirkt die hohen Zinsen für Dollar-Papiere, Kurssteigerungen als Folge der auch in den USA im Gange befindlichen Zinssenkung und der gegenüber der Mark feste Dollar-Kurs.

Die in inländischen festverzinslichen Papieren anlegenden Rentenfonds weisen in ihrer Mehrzahl ebenfalls zweistellige Wertsteigerungsraten aus. Alles spricht dafür, daß in diesem Jahr noch weitere Gewinne zu erwarten sind, auch wenn der Zentralbankrat in der vergangenen Woche auf zinssenkende Maßnahmen verzichtet hat. Für die Anleger in Rentenfonds ist jetzt Erntezeit.

Bei den Aktienfonds ist die Lage differenzierter. Bei ihnen waren zwar auch bei Dollar-Papieren die höchsten Gewinne zu erzielen. Nur kam es hier maßgeblich auf die Auswahl an. Ausgesprochen gut lagen die Manager von Amerika Dynamik, dessen Anteile in den ersten drei Quartalen dieses Jahres um 22,6 Prozent wertvoller geworden sind. Als Gegenstück ist Uniglobal zu nennen, bei dem die Anleger ein Minus von 1,5 Prozent hinzunehmen haben.

Fonds-Manager haben indessen Anlageerfolge nicht dauerhaft gepachtet, wie ein Blick auf die Wertveränderungen von 1976 bis 1981 beweist In diesen fünf Jahren mußten sich Amerika Dynamik-Anleger mit einem mageren Plus von 2,5 Prozent zufriedengeben, während Uniglobal in der gleichen Zeit ein Plus von 34,8 Prozent aufzuweisen hat.

Einige Fonds wollten in den USA sichergehen und legten große Teile ihres Vermögens in Dollar-Bonds an. Damitprofitierten sie von den dort sinkenden Zinsen. Wenn Aktienfonds vorübergehend mit Renten "fremdgehen", ist dagegen wenig einzuwenden. Dem Anteilseigner ist es schließlich gleichgültig, auf welche Weise sein Geld vermehrt wird. Hauptsache, daß die Kasse stimmt.

Die auf den deutschen Aktienmarkt angewiesenen Fonds weisen im allgemeinen Wertsteigerungen auf, die zwischen fünf und knapp zehn Prozent liegen. Einen Ausrutscher leistete sich in diesem Jahr der ADIG-Fonds Fondis, wo es bisher keinen Wertfortschritt gab. K. W.