Schmutziger Krieg

Droht in Argentinien eine neue Serie von Gewalttaten? Der Mord an Marcelo Dupont – vor einem Monat entführt – läßt das Schlimmste befürchten: Duponts Bruder tritt nämlich als Zeuge in einem Mordfall auf. Die Diplomatin Glena Holmberg war 1978 umgebracht worden, und vieles – auch die Aussage des Bruders – spricht dafür, daß der damalige Marine-Oberbefehlshaber Admiral Massera seine Finger im Spiel hatte. Die Streitkräfte fürchten eine Aufklärung des schmutzigen Krieges" – die Bevölkerung und die politischen Parteien verlangen sie. Nach dem Mord an Marcelo Dupont wurden mehrere Argentinier telephonisch oder brieflich bedroht, ihre Kenntnisse lieber für sich zu behalten.

Taghell

Zwei amerikanische Wissenschaftler haben die Möglichkeit untersucht, Großstädte in den USA während der Nacht mit reflektiertem Sonnenlicht zu beleuchten. Die Idee, so meinen sie, wäre schon mit den heutigen technischen Mitteln realisierbar: Einzelteile riesiger Spiegel können mit Space-Shuttle-Flügen ins Orbit transportiert und dort von Astronauten-Teams zusammengesetzt werden. Fraglich sei – neben der Finanzierbarkeit eines solchen Unternehmens – nur: Wollen die Leute wirklich, daß ihre Städte auch nächtens noch illuminiert werden, als ginge die Sonne nie unter? Für Straßenlaternen allein läßt sich das Licht aus dem Weltraum nämlich nicht verwerten.

Soldaten mit Ohrringen

Vor einem Jahrzehnt mußten holländische Rekruten ihr schulterlanges Haar mit Netzen bändigen, damit es sich nicht in den Rädern der Jeeps verfange. Nun ist die Punk-Mode ausgebrochen, und die Wehrpflichtigen haben sich ein neues Recht erkämpft: Sie dürfen auch im Dienst ihre Ohrringe tragen. Davon waren die Offiziere zunächst gar nicht angetan. Aber die "Vereinigung Holländischer Wehrpflichtiger" setzte sich mit dem Argument durch, das sei ein "Zeichen der Emanzipation". Sind emanzipierte Soldaten auch gute Soldaten? Bernard Rogers, der Nato-Oberkommandierende, hegt daran keinen Zweifel. Er überzeugte sich davon, daß sie sich prächtig ins Manöver stürzen – trotz ihrer, wie er meinte, seltsamen Aufmachung.

Kranker Killer?

Ist der Yorkshire Ripper ein geisteskranker Mann? Peter Sutcliffe, im vorigen Jahr wegen 13 Morden und sieben Mordversuchen zu zwanzigmal lebenslänglich verurteilt, sitzt zur Zeit im Parklurst-Gefängnis, obwohl sechs Psychiater ihn einmütig als schizophren bezeichnet hatten. Im Gefängnis führt er ein Tagebuch, in dem er sich zur Religion bekennt; er malt Bilder mit religiösen Motiven und beklagt sich immer häufiger über die "Besuche" eines seiner Opfer. Der Verlegung in ein Krankenhaus muß allerdings der Innenminister zustimmen – und der möchte "ein paar Monate warten, ehe er einen öffentlichen Aufschrei riskiert".