Seit dem Spätsommer vergangenen Jahres haben sich die Renditen auf dem Kapitalmarkt für langlaufende Titel von zeitweise über zwölf Prozent auf nunmehr fast acht Prozent also um rund ein Drittel, ermäßigt. Die Zinsen für Hypotheken sind dieser Bewegung nur zögernd gefolgt. Die Deutsche Genossenschafts-Hypothekenbank in Hamburg bietet Hypothekendarlehen bei hundert Prozent Auszahlung und Konditionenanpassung nach zehn Jahren zu 9,05 Prozent an. Wer aus steuerlichen Gründen Wert auf ein hohes Disagio legt, bekommt sechsprozentige Hypotheken, zu einem Auszahlungskurs von 91,15 Prozent, muß aber nach drei Jahren schon eine Konditionenanpassung in Kauf nehmen.

Hoffnung für Bauherren-Modelle

Der im Bundesrat eingebrachte Antrag des nordrhein-westfälischen Finanzministers, Diether Posser, "ungerechtfertigte Steuervorteile" beim Bauherren-Modell zu verhindern, hat nach den Recherchen von Kapital-Markt Intern. (Düsseldorf) keine Chance, die Zustimmung der CDU-regierten Länder zu erhalten. Posser geht es mit seinem Vorstoß um Steuergerechtigkeit. In einem Schreiben an die ZEIT als Antwort auf das am 17. September 1982 erschienene "Gespräch am Bankschalter" (Abschreibungsgesellschaften wehren sich) räumt der Minister ein, daß von der Abschaffung des Bauherren-Modells negative Beschäftigungswirkungen ausgehen könnten. "Aber in diesem Zielkonflikt ist politisch zu entscheiden, ob man die ungerechtfertigten Steuervorteile ausräumen will oder ob man diese Einschränkung mit Rücksicht auf eine nicht quantifizierbare Gefährdung der Baukonjunktur zurückstellen will. Dieser Zielkonflikt sollte im Sinne von größerer Steuergerechtigkeit gelöst werden."

Nur für die Statistik

In dem "Gespräch am Bankschalter" vom 30. Juli 1982 (Alle Spuren sorgfältig verwischen) wurde darauf hingewiesen, daß bei Geldüberweisungen ins Ausland der Deutschen Bundesbank von den jeweiligen Kreditinstituten Meldung gemacht werden muß. Von verschiedenen Seiten wird darauf aufmerksam gemacht, daß das Auskunftsrecht der Finanzbehörden gem. § 105 Abgabenordnung für den Bereich der Bundesbankstatistiken nicht gilt. Im übrigen werden die "statistischen Meldungen" bei der Deutschen Bundesbank (oder den Landeszentralbanken) nach ihrer Auswertung für die Außenwirtschaftsdaten unverzüglich vernichtet.

Mexiko-Anleihen außer Gefahr?