Für die Wintermonate sieht die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt düsterer aus denn je. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet mit 2,2 Millionen Arbeitslosen, nicht zuletzt, weil jetzt besonders die geburtenstarken Jahrgänge auf den Markt drängen. Auf der anderen Seite dürfte sich das Angebot an Arbeitsplätzen noch weiter verschlechtern. Selbst im Dienstleistungssektor, in dem man bis jetzt noch leicht einen Job finden konnte, geht die Zahl der Beschäftigten zurück. Besonders stark war die Abnahme der Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe, das in diesem August 6,2 Prozent weniger Mitarbeiter beschäftigte als noch vor einem Jahr.

Noch schlechter als in der Bundesrepublik sieht die Lage auf dem niederländischen Arbeitsmarkt aus. Im September ist dort die Arbeitslosenquote auf dreizehn Prozent gestiegen, und insgesamt waren über eine halbe Million Holländer ohne Job. Voller Neid mußten sie wohl auf die kleine Schweiz blicken, denn dort wiederum liegt die Arbeitslosenquote nur bei 0,5 Prozent – für Bern schon eine erschreckende Nachricht. Der Grund für die für unsere Verhältnisse niedrige Quote: In der Schweiz müssen ausländische Arbeitnehmer das Land verlassen, wenn sie ihren Arbeitsplatz verlieren.

Gute Chancen hatten in diesem Jahr Frauen, die in Berufen arbeiteten, die eigentlich zur Domäne der Männer gehören. Dies gab das Bundesbildungsministerium bekannt. Jeder fünfzehnte weibliche Lehrling würde heute in einem Männerberuf ausgebildet, und nahezu alle fänden nachher auch eine Anstellung. CD