Forschungsminister Heinz Riesenhuber hat Probleme mit seinem Personal. Eine ganze Reihe von Unions-Parteigängern innerhalb und außerhalb des Ministeriums hatten sich Hoffnungen auf schöne Posten gemacht. Doch Riesenhubers Neigung, Parteibuchwirtschaft zu betreiben, ist sehr gering ausgeprägt. Außerdem hat er faktisch auch wenig Spielraum dazu.

Die Manövriermasse der vorhandenen Stellen ist sehr klein. Hinzu kommt, daß Finanzminister Gerhard Stoltenberg nicht die von Riesenhuber beantragten fünfzehn neuen Planstellen für das Forschungsministerium bewilligt hat. Zu allem Überfluß hat der Minister sogar noch auf eine hochdotierte Stelle verzichten müssen, nachdem er den Energieabteilungsleiter . Wolf-Jürgen Schmidt-Küster als politischen Beamten mit SPD-Parteibuch in den einstweiligen Ruhestand geschickt hatte.

*

In der SPD-Fraktion wurde beschlossen, allen von der CDU/CSU/FDP-Regierung gefeuerten Beamten – Staatssekretäre und Ministerialdirektoren –, soweit sie der SPD angehören, eine Beraterfunktion in der Fraktion anzubieten. Nur einem entlassenen Ministerialdirektor wurde kein Angebot gemacht: dem oben genannten Wolf-Jürgen Schmidt-Küster.

Für den ehemaligen Ministerialdirektor aus dem Forschungsministerium ist das eine bittere Pille, zumal er aus einer traditionsreichen SPD-Familie stammt. Aber die für die Forschungspolitik zuständigen Abgeordneten der SPD-Fraktion fanden, für "Schmidt-Küster gibt es nichts zu beraten".

Die Gründe liegen auf der Hand: Im Forschungsministerium hat sich der hohe Beamte sehr einseitig und undifferenziert für die Kernenergie und vor allem für den umstrittenen Schnellen Brüter engagiert. Diese Haltung hatte Schmidt-Küster den Beinamen Schmidt-Brüter eingetragen. Materiell aber wird es den Ex-Beamten nicht treffen, daß die SPD-Fraktion ihm die kalte Schulter zeigt. Zwei wohldotierte Beraterverträge aus der von ihm stets gut behandelten Energiewirtschaft sind ihm schon sicnei.

Gerhard Fels, stellvertretender Direktor des Kieler Instituts für Weltwirtschaft und ehemaliges Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, verläßt das renommierte Kieler Institut. Fels wird Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft, wo er die Nachfolge von Burghard Freudenfeld antritt.