Was haben Monopoly, Diplomacy und die Fernsehserie Dallas miteinander zu tun? In allen dreien wird Moral nicht sonderlich groß geschrieben, in allen dreien ist es Ziel der Beteiligten, möglichst alle Macht in Händen zu halten, mit welchen Mitteln auch immer, und alle drei sind, nicht nur in ihrem Entstehungsland USA, unerhört erfolgreich. Was lag näher, als diese drei zu einem neuen Spiel zu kombinieren. Das Ergebnis, TVs Dallas, soll nun, nach Wunsch und Will en des Alleinimporteurs Kaufhof, ein ebenso großer Erfolg werden.

Die Voraussetzungen dazu scheinen günstig. Weit entfernt von der öden Langeweile der TV-Serie, garantiert das Spiel zwei bis drei unterhaltsame Stunden. Es ist eben ein Unterschied; Bösewichtern zuzuschauen oder selbst Bösewicht zu Spielen. Der Spielplan stellt sich auf den ersten Blick ganz harmlos dar: Dallas City, schön bunt. In den Details freilich karikiert er amüsant frech Amerikas heile Welt – Anspielungen hinter beinahe jeder Einzelheit und jedem Namen.

Begierig nach Aktien und Publicity eilen die bis zu sieben Mitspieler über die Straßen von Dallas. Als Spielmotor dienen Karten, die allerlei Funktionen haben: Man kann mit ihnen Stimmen für die Präsidentenwahlen auf dem Familiensitz Southfork gewinnen, aber auch Erpressungsversuche starten. Die insgesamt fünf Präsidentschaftswahlen im Verlaufe des Spiels sind die zentralen Ereignisse. Wer Präsident wird, erhält sofort 15 Millionen Dollar ausgezahlt. Außerdem darf er sich – in der Präsidenten-Limousine – schneller fortbewegen. Das ist wichtig für die nächste Wahl, denn nur wer rechtzeitig in Southfork ist, darf daran teilnehmen.

Wer nicht das Glück hat, Präsident zu werden, muß sich mit Aktiengeschäften schadlos zu halten versuchen oder – mit Hilfe entsprechender Karten – seine Mitspieler hin und wieder um einige Millionen erleichtern. Vergrößerter Aktienbesitz erhöht die Wahlchancen. Wer nach der fünften Wahl den größten Besitz angehäuft hat, ist Sieger. Das muß durchaus nicht immer J. R. sein.

Eine Kurzfassung der gedruckten Regeln (die übrigens leicht verständlich geschrieben sind) ist von Jock Ewings deutschem Synchronsprecher auf Schallfolie gesprochen. Die kann man sich zur Einstimmung anhören, während man die vielen Karten, Aktien und Geldscheine aus den Druckbögen trennt. Als Verpackung dient eine Schallplattenhülle, inder;sich freilich das umfangreiche Spielmaterial nach Gebrauch nicht mehr richtig unterbringen läßt. Gute Dienste tut eine leere Pralinenschachtel (dies ist – angesichts des erstaunlich niedrigen Preises – mehr ein Hinweis als Kritik).

Ein anderes Spiel mit dem Namen Dallas, im üblichen Kartonformat, hat weder mit der Fernsehserie noch mindern hier vorgestellten Spiel etwas gemeinsam. An der Hülle erkennt man die Ewings. Blöcke Peter

TVs Dallas, für bis zu sieben Spieler ab 14 Jahren, Kaufhof AG, 12,95 Mark.