Ein Schweizer Anlageberater schürt die Angst vor der Krise

Von Roger de Weck

Krise, Krieg und Kriminalität: In Deutschland blüht das Geschäft mit der Angst. Gleichwohl beherrschen nur wenige Virtuosen diese hohe und durchaus einträgliche Kunst. Einer von ihnen ist Hans-Peter Holbach. Er verkauft "Angst" und nebenbei auch "Hoffnung", beides zu sündhaften Preisen.

Holbachs Kundschaft rekrutiert sich aus Kleinindustriellen, Kleingewerblern, Kleinbürgern: Die kaufkräftigen Mittelständler hatten seit jener schon immer gerne Angst. Das weiß Hans-Peter Holbach, Anlageberater und Herausgeber "vertraulicher" Informationsbriefe, zudem "selbst unternehmerisch tätig mit Büros in England, Andorra, Italien und der Schweiz".

Die Angsthasen, die den schlauen Fuchs aus deutschen Landen im schweizerischen Steuerparadies Zug aufsuchen, kostet "eine halbe Stunde persönlicher, intensiver und konzentrierter Beratung" ganze 500 Schweizer Franken.

Man kann es aber billiger haben: mit einem Besuch des sogenannten Holbach-Seminars. Es lohnt sich. Die Krise als perfekte Show, die Angst als Pläsier. Auf diesem gruseligen Markt ist der 37jährige Hans-Peter Holbach ein einzigartiger Anbieter. 850 harte Franken, und Sie sind für ein Wochenende beim Horrorspaß in einem Zürcher Luxushotel dabei; Sie genießen den Duft der großen, weiten, ja weltweiten Wirtschaftskrise.

Diesen Genuß wollte sich beispielsweise ein Bauunternehmer aus Kiel nicht entgehen lassen. Der Mann hat schon längst sein "Schäfchen ins trockene gebracht". Kommt hinzu, daß "der Beruf zur Routine geworden ist". Er "lechzte deshalb nach etwas Spannendem", und er wurde nicht enttäuscht.