Der Plan ist kühn, doch wie er funktionieren soll, wissen seine Väter so recht noch nicht zu sagen. Geplagt von drückenden Überkapazitäten und anhaltenden Verlusten haben Europas führende neun Hersteller von Chemiefasern beschlossen, bis 1986 Produktionsanlagen für 500 000 Jahrestonnen stillzulegen. Das Sanierungskartell soll bei der Brüsseler EG-Kommission angemeldet werden.

Daß Brüssel der Absprache amtlichen Segen geben und sie damit auch gegenüber einzelnen Herstellern leichter durchsetzbar machen wird, damit ist freilich nicht zu rechnen. Schon vor vier Jahren nämlich hatten die EG-Behörden sich geweigert, ein Faserkartell anzuerkennen, mit dem 400 000 Tonnen Herstellungskapazität stillgelegt werden sollten. Die Firmen schlossen ihre Fabriken daraufhin ohne amtliche Kontrolle.

Ob das diesmal wieder so ohne weiteres funktionieren wird, ist zumindest fraglich. Denn gleichzeitig mit der Unterschrift unter das Abkommen machen einige Hersteller darauf aufmerksam, daß sie ihren Part der Stillegungen bereits vorgeleistet hätten. Wer wieviel Kapazitäten abzubauen hat, darüber scheint Einigkeit noch nicht zu herrschen.

Zu den Herstellern, die bereits auf Vorleistungen verweisen, gehört auch die Enka AG in Wuppertal. Der Vorstand will jetzt endgültig beschließen, die Polyamid- und Polyester-Fertigung in Kassel dichtzumachen. Ein Unternehmenssprecher: "Selbstverständlich gehören die Kasseler Kapazitäten schon zu den 500 000 Tonnen des neuen Faserabkommens."

Geht es nach dem Betriebsrat, wird Kassel freilich überhaupt nicht geschlossen. Die Arbeitnehmervertreter wollen die 700 Arbeitsplätze des Werks erhalten wissen. Zwei unabhängige Wirtschaftsprüfungsunternehmen hatten dem Enka-Vorstand allerdings erst kürzlich testiert, daß die Verluste in Kassel nicht mehr tragbar seien. Das Gutachten war auf Wunsch des Betriebsrats erarbeitet worden.

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