Durch einen einfachen Buchungstrick will die Commerzbank stille Reserven von rund 500 Millionen Mark zur Aufbesserung ihrer Bilanz sichtbar machen. Sie wird Gebäude verkaufen, in denen ihre Hauptverwaltungen in Frankfurt, Hamburg und Düsseldorf untergebracht sind. Natürlich nicht an Fremde, sondern an eigene Tochtergesellschaften, von denen sie dann die Häuser zurückmieten oder leasen will, ein Verfahren, das vor der Commerzbank auch schon andere Unternehmen zur Bilänzverschönerung angewandt haben.

Die Commerzbank braucht, wie der Vorstand erklärt, das mobilgemachte Geld, um eine ausreichende Risikovorsorge für das in- und ausländische. Kreditgeschäft betreiben zu können. Daneben soll es Raum für eine Ausweitung des Kreditgeschäftes schaffen. Die Erträge aus dem laufenden Geschäft waren, obwohl beachtlich gestiegen, immer noch nicht hoch genug, um auf die schmerzliche Auflösung stiller Reserven verzichten zu können. Und an eine Kapitalerhöhung kann eine Bank, die seit 1980 keine Dividende mehr zahlen konnte, nicht denken.

Anders die Deutsche Bank. Jene 500 Millionen Mark, die sich die Commerzbank, um es volkstümlich zu sagen, aus den eigenen Rippen schneiden muß, beschafft sie sich durch eine Kapitalerhöhung. Sie schont dabei nicht nur ihre Reserven, sondern bildet auch noch neue. Auf diese Weise werden die Starken eben noch stärker. K.W.