Was hat denn nun Bundeskanzler Helmut Kohl wirklich gemeint, als er der Yellow-Press-Postille "Bild der Frau" versprach, er werde eine "Hausfrauenrente" einführen, sobald "wir... finanziell aus dem Gröbsten raus" sind? Diese Genesung der Rentenversicherung soll "in zwei bis drei Jahren" eingetreten sein – meint Kohl.

In dem von Norbert Blüm geleiteten Arbeitsministerium tippte man zunächst auf die "Babyjahre", die, nach mittlerweile freilich vergilbten Plänen zur Reform der Rentenversicherung, möglichst schon ab 1984 einer Frau und Mutter zugesprochen werden sollten.

Doch erstens sind "Babyjahre" oder die Anrechnung von Erziehungszeiten auf die Rentenerwartung einer Frau weder jetzt finanzierbar, noch werden sie es, mutmaßlich, in zwei bis drei Jahren sein.

Zweitens aber sind "Babyjahre" nun einmal etwas anderes als eine "Hausfrauenrente". Unter letzterer könnte man sich am ehesten vorstellen, daß alle Familienväter gezwungen werden, ihre nicht berufstätigen Frauen zu versichern. Forderungen dieser Art sind gelegentlich laut geworden, doch waren und sind sie politisch schon deshalb aussichtslos, weil sehr viele Familienväter die Last einer zusätzlichen Rentenversicherung kaum tragen könnten.

Doch vielleicht meint Kohl letztlich gar nicht eine Rente, die man durch Versicherung erwirbt, sondern womöglich eine Rente, die der Staat und die Rentenversicherung den Hausfrauen spendieren.

Das alles hat Kohl vielleicht noch nicht genau gewußt. Es mag auch sein, daß ihm seine Gefühle durchgegangen sind. Denn im gleichen Interview lobt der Kanzler Deutschlands "tolle Frauen", die so "wunderbar weiblich geblieben" seien.

Zum vorerst letztenmal, hoffentlich, sei an dieser Stelle noch einmal von der neuen ärztlichen Gebührenordnung (GOÄ) die Rede, die in den vergangenen Monaten zwischen der Ärzteschaft auf der einen und der Bundesregienng auf der anderen Seite, jedoch auch innerhalb der Ärzteschaft, so heftig umstritten war, daß mancher Außenstehende glauben konnte, hier werde für Deutschlands Mediziner der sichere Ruin vorbereitet: Der Bundesrat hat dieser angeblich "unannehmbaren" und angeblich "sozialistischen" GOÄ zugestimmt.