Der Busfahrer sah mich strafend an. Die Münzen, die ich ihm abgezählt hatte, sortierte er sorgfältig in zwei Häufchen: hier das Markstück und die Zehner, dort den Fünfer und die Ein-Pfennig- Stücke. Wieder sah er mich an. Diesmal so, daß ich mich schämte. Es war, als hätte ich ihm ein übel riechendes Stück Unrat hingelegt. „Was soll ich damit bloß anfangen“, sagte er, und zu der hinter mir stehenden Frau gewandt: „Wollen Sie die Pfennige?“

Meinen trotzig vorgebrachten Einwand, das sei doch Geld, ignorierte er. Kleinlaut verdrückte ich mich auf den nächsten Sitz. Ich mußte mir eingestehen, daß ich die Pfennige mit Fleiß herausgesucht hatte, weil sie mir das Portemonnaie beschweren und dick machen. Anfangen kann ich mit Pfennigen nichts. Keine Telephonzelle, kein Fahrscheinautomat akzeptiert sie. Ich ehre den Pfennig nicht. Will ich wissen, ob ich genug Geld bei mir habe, so blättere ich die Scheine durch. Nur das zählt.

Aber daß der deutsche Pfennig als Zahlungsmittel nicht mehr gilt, endgültig ausgedient hat, das war mir neu. Man sollte ihn abschaffen. Grn.