Das Amtsgericht in Frankfurt hat am Sonnabend um 24 Uhr das gerichtliche Vergleichsverfahren über das Vermögen der AEG-Telefunken AG eröffnet. Die Lage des zweitgrößten deutschen Elektrokonzerns ist damit zwar keinen Deut besser geworden als zuvor, dennoch ist ein wichtiger Schritt auf dem Wege zur Rettung zumindest eines Teils der AEG getan.

Denn jetzt hat das Gericht bestätigt, daß es die Sanierung für aussichtsreich hält. Das größte Vergleichsverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik wird von unabhängigen Richtern für realisierbar gehalten; Zweifel an einem Fortbestehen eines stark geschrumpften AEG-Konzerns sind in Zukunft nicht mehr so leichtfertig zu äußern.

Die Aufgaben, die vor dem Vergleichsverwalter und der AEG-Führung liegen, bleiben aber groß genug. Zwanzigtausend Lieferanten und zahlreiche Banken müssen sich zum Verzicht auf sechzig Prozent ihrer Forderungen bereiterklären. Für die neue AEG muß ein tragfähiges Unternehmenskonzept entworfen werden.

Immerhin aber ist es gelungen, zweieinhalb Monate nach Vergleichsantrag das Verfahren zu eröffnen. Der Anschlußkonkurs, den manche schon Mitte August für wahrscheinlich hielten, ist jetzt erst einmal abgewendet – den Pessimisten ist zunächst der Wind aus den Segeln genommen. dg