Im Ruhrgebiet suchen immer mehr Leute Wohnungen mit Ofenheizung. Gleichzeitig stehen zum Beispiel in Dortmund zentralbeheizte Sozialwohnungen leer. Es ist nicht der wiederentdeckte Hang zum einfachen Leben, der Mieter auf den Komfort der Sozialwohnung verzichten und die Nähe des bullernden Ofens suchen läßt. Ihr Einkommen zwingt sie dazu.

Diesen Mietern muß es wie Hohn in den Ohren klingen, wenn Wohnungsbauminister Oscar Schneider (CSU) eine Erhöhung der Mieten auf 25 Prozent vom Einkommen für zumutbar hält. Vor allem in den Großstädten würden sich viele Normalverdiener glücklich schätzen, müßten sie nur ein Viertel ihres Einkommens für Miete ausgeben. Nun ist es nicht Schneiders Absicht, diesen Mietern zu billigeren Wohnungen zu verhelfen. Im Gegenteil, er ist überzeugt, daß die Mieten mit durchschnittlich 16,4 Prozent vom Einkommen zu niedrig sind.

Nur besitzen Schneiders Zahlen ebensoviel Aussagekraft wie die Feststellung, Herr Flick und seine Putzfrau seien im Durchschnitt Millionäre. Wohnungen werden nicht dann gebaut, wenn ein bestimmter Teil des Einkommens für Miete ausgegeben wird, sondern dann, wenn sie vernünftige Erträge und Wertsteigerungen versprechen. chr