Wer lange genug in einer Zeitungsredaktion gearbeitet hat, wer dort gar zuweilen über Sprache schreibt, wird bald zuweilen mit dem Kampf der Sprachreiniger gegen alles Welsche und Fremde. Dieser Kampf ist ebenso berechtigt wie Dienungslos und ebenso Sogar die Academie nungslos kämpfte vergeblich gegen das "Franglais". Freuen wir uns doch, daß das Völker dieser Welt einander näherrücken und einander Wörter ausleihen. Der internationale Flugverkehr wäre längst zusammengebrochen, wenn die Piloten nicht gelernt halten, sich in einer Kunstsprache zu verständigen, die sie für Englisch halten.

Ganz Unrecht haben die Sprachreiniger allerdings auch nicht. Oft erreichen uns verzweifelte Briefe amerikanischer Professoren: "Wir wollten, daß unsere Studenten in Ihrer Zeitung mehr gutes Deutsch und weniger schlechtes Englisch läsen."

Wie wahr.

Gerade die Sprachreiniger, mit denen wir uns lieber nicht partiell, aber teilweise identifizieren wollen, sind bereit, Regeln anzunehmen, wenn auch nicht zu Regeln tieren.

Einzelfälle des Fremdwortgebrauchs oder Fremdwortmißbrauchs sind oft schon erörtert worden, werden noch oft zu erörtern sein. Hier geht es um Fremdwörter ganz allgemein, und da können vielleicht drei Regeln helfen.

Fremdwörter sind notwendig oder wenigstens zulässig:

1. wo es ein entsprechendes deutsches Wort nicht gibt.