Politik

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DIE ZEIT

Betäubt

Der Mann beugte sich zum Autofenster hinab, als wollte er eine Frage stellen. An mehr kann sich Friedensnobelpreisträger Andrej Sacharow nicht erinnern.

Breschnjews Sorgen

Hat Leonid Breschnjew eine härtere Linie im Ost-West-Verhältnis angekündigt? Viele westliche Kommentatoren legen so aus, was der sowjetische Präsident in der vergangenen Woche in Moskau gesagt hat.

Kurswechsel

Haltet den Kurs!" hatte Ronald Reagan der amerikanischen Nation zugerufen. Doch die Bürger votierten für eine andere Richtung.

Genug des liberalen Lamentierens

Wenn die Zerrissenheit der in sich zerstrittenen, jetzt von vielen verachteten Freien Demokratischen Partei das Ende des verfaßten Freisinns in Deutschland bedeuten sollte, dann wäre der Liberalismus wirklich nicht wert, daß man ihm nachtrauerte.

Reglement

Bis zum Montag dieser Woche war die Inflation in Frankreich von Staats wegen verboten. Auch die Löhne sind dort 130 Tage lang durch den Staat am Steigen gehindert worden.

Worte der Woche

"Diejenige Partei, die uns seit Jahren in Hessen körperlich schlägt und vergiftet." Jan Kuhnert, Marburger Stadtverordneter der Grünen, über die SPD "Was ist die neue Zeiteinheit in Bonn? – Ein Glotz, das ist die Zeit zwischen zwei Presseerklärungen.

Zeitspiegel

Erst war sie eine marxistische Arbeiterpartei, doch mit dem Godesberger Programm besann sich die SPD auf eine staatstragende Rolle; sie wurde zur "besseren CDU", von der diesem unserem Lande keine Gefahr mehr drohte.

Mann der Mitte

Im Sommer 1980, vor der Bundestagswahl, hat Helmut Schmidt mehrmals laut vor sich hingedacht, wie er sich längerfristig die Nachfolge der sozialdemokratischen Troika Brandt-Schmidt-Wehner vorstelle.

Spaniens neuer Regierungschef: Ein Moralist an der Macht

Selbst in der Stunde seines größten Sieges gibt sich Felipe Gonzales keinen Triumphgefühlen hin. Als er am Morgen nach der Wahl im Foyer des Palace-Hotels erscheint, wirkt er ernster und verschlossener als sonst.

KSZE in Madrid: Ein Schwanengesang?

Wenn Anfang nächster Wocher die KSZE-Nachfolgekonferenz wieder in Madrid zusammentritt, begleiten sie keine hochgespannten Erwartungen.

Amerikas November-Wahlen: Protest oder Wende?

Amerika ist steckengeblieben – vorübergehend nur, aber abrupt. Eben noch hatte der Präsident dem Land einen "Neuen Anfang" versprochen, die Rückkehr zur soliden Haushaltsführung, zu "Jobs, Jobs, Jobs", zum moralischen Anstand der fünfziger Jahre, zum tugend- und wehrhaften Amerikanismus patriotischer Rechtschaffenheit; und das innovationsmüde, vom Narzißmus der "Ich"-Generation der letzten Jahrzehnte erschöpfte Volk schien ihm brav zu folgen.

Indien: Gute Vorsätze

Indira Gandhi und Zia ul-Haq hatten bislang allenfalls am Rande größerer internationaler Zusammenkünfte miteinander geredet – 1980 etwa bei Titos Beerdigung in Belgrad.

"Wir lassen uns nicht erpressen"

Scharfe Angriffe richtete Monika Wulf-Mathies, die Vorsitzende der Gewerkschaft öffentliche Dienste, Transport und Verkehr, bei einer Großkundgebung in Stuttgart auf die Politik der Bonner Regierung.

Nigeria: Neuer Aufstand

Von fast 500 Toten bei den Unruhen in drei Großstädten des islamischen Nordens spricht die Zentralregierung in Lagos. Die Polizei sei jedoch Herr der Lage.

Saure Wochen, frohe Feste

Zwar hat die SPD nur vier Wochen nach dem Sturz Helmut Schmidts und nur drei Tage nach dessen Verzicht auf eine neue Kanzlerkandidatur ihren neuen Bewerber um das Amt des Regierungschefs nominiert – eigentlich in Rekordzeit.

Polen: "Die Partei ist im Koma"

Am 10. November jährt sich die Registrierung der inzwischen aufgelösten Solidarność zum zweiten Mal. Für den Fall, daß es an diesem Tag zu Demonstrationen und Streiks kommen sollte – so hat Regierungssprecher Urban angedroht –, werde die Warschauer Führung das Kriegsrecht möglicherweise über das Jahresende hinaus ausdehnen.

NAMEN UND NACHRICHTEN

Der iranische Staatspräsident Ali Chomenei lehnte den jüngsten Vorschlag der Islamischen Konferenz ab, den Krieg gegen Irak einzustellen.

Draußen geachtet, im Innern stabil

Zwischen 1969 und 1982 hat sich in der außenpolitischen Rolle und dem inneren Leben, in Wirtschaft, sozialen Verhältnissen und Kultur der Bundesrepublik vieles geändert.

Der Fall Klaus Barbie: Den Diktatoren stets zu Diensten

Wären nicht die Ermordeten, auch die vielen Gefolterten und Gequälten – die Geschichte des Klaus Barbie wäre nur eine politische Räuberpistole, nach der Machart drittklassiger Hollywood-Produktionen: Widerlicher SS-Deutscher übte in Bolivien weiter sein übles Handwerk aus, lebt nun aber, im Alter eines liebenswerten Großvaters, im Wohlstand angenehm und denkt nur an seinen friedlichen Tod.

Ben Witter: Angetippt

Sie erinnern sich, Herr Abgeordneter, der Bonner Hauptbahnhof mit den Freitagnachmittags-Gesichtern, und wir beide dann im Inter-City.

Hinweise

Karin Schmid: "Die Verfassungssysteme der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Eine vergleichende Darstellung." Angesichts der Tatsache, daß auch und gerade linke Autoren mit einer Renaissance der "deutschen Frage" liebäugeln und Systemvergleiche eher spärlich erscheinen, stößt der Titel dieser Studie zunächst auf gesteigertes Interesse.

Geheimdienste und Widerstandsbewegung: Ein Krieg neuen Stils

Die Bücher, in denen die diffizilen Fragen der Geheimdienst-Aktivitäten im Zweiten Weltkrieg mit dem unverzichtbaren internationalen Hintergrund in der gebotenen Nüchternheit aufbereitet und kritisch abgehandelt werden, sind leider Mangelware.

Judenverfolgung: Schuld durch Unterlassung

Der gewiß wichtige Unterschied zwischen dem "salonfähigen" Antisemitismus vor Hitler und dem Judenhaß der Nationalsozialisten wird oft aus durchsichtigen Motiven überbetont.

Was aus Stollwerck wurde: Palazzo Schoko

Stollwerck verwöhnt!" Und das geht so: In einer großen Halle mit dem Charme eines Schlachthauses drängeln sich Hunderte von Jugendlichen aus Köln und der Umgegend.

Im 3. Reich zwangssterilisiert: Auf der Suche nach Gerechtigkeit

Beinahe die Hälfte seines Lebens kämpft Reinhold Wilhelm, 80 Jahre alt, um seine Rehabilitierung; 1934 war der frühere Weingärtner aus Weinstadt wegen "hebephrener Schizophrenie" auf Beschluß des "Erbgesundheitsgerichts" in Waiblingen zwangssterilisiert worden.

Naturschutz: Die Auferstehung eines Sees

Morgen ist Wandertag", beschloß Oberstudienrat Walter Bamberger. Und den Schülern der Untertertia der Friedrich-Paulsen-Schule in Niebüll sagte er: "Packt Eure Brote ein und auch die Badesachen, denn wir gehen zum Schwimmen in den Gotteskoogsee.

Vorerst nur Dissonanzen

Während Gewerkschafter zu Tausenden auf die Straße gingen und mit ihrem Protest gegen die Spar- und Wirtschaftspolitik der Kohl-Regierung große Wagner-Oper intonierten, warf Bundesbankpräsident Otto Pöhl das Stichwort "Konzertierte Aktion" in die Debatte, jenes Kammerorchester, das der einstige Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller geschaffen hatte und das vor fünf Jahren mit einem dissonanten Ackord endete.

Brüter – nein danke!

Als Andreas von Bülow noch Forschungsminister war, konnte er stets mit einem vollen Haus rechnen. Als Politiker in der Opposition scheint er nun nicht mehr gefragt.

Zahlungsverkehr: Der Pfennig

Der Busfahrer sah mich strafend an. Die Münzen, die ich ihm abgezählt hatte, sortierte er sorgfältig in zwei Häufchen: hier das Markstück und die Zehner, dort den Fünfer und die Ein-Pfennig- Stücke.

Verkehrspolitik: Der bayerische Kanal

Die neue Bundesregierung vermindert ihre Unterstützung des öffentlichen Personennahverkehrs und fordert dafür den Rhein-Main-Donau-Kanal.

AEG: Die Chance

Das Amtsgericht in Frankfurt hat am Sonnabend um 24 Uhr das gerichtliche Vergleichsverfahren über das Vermögen der AEG-Telefunken AG eröffnet.

Bonner Kulisse

Was hat denn nun Bundeskanzler Helmut Kohl wirklich gemeint, als er der Yellow-Press-Postille "Bild der Frau" versprach, er werde eine "Hausfrauenrente" einführen, sobald "wir.

Mieten: Die Zumutung

Im Ruhrgebiet suchen immer mehr Leute Wohnungen mit Ofenheizung. Gleichzeitig stehen zum Beispiel in Dortmund zentralbeheizte Sozialwohnungen leer.

Zeitliches aus USA: Verpatzter Auftritt

Die Auftritte hatten die Berater des amerikanischen Präsidenten sorgfältig vorbereitet, den Zeitpunkt mit Bedacht gewählt. Wenige Tage vor den Kongreßwahlen wollten sie Ronald Reagan noch mal ins rechte Licht rücken.

Sparen um jeden Preis

Die DDR-Führung hat das Jahr 1982 als "Schlüsseljahr für die Erfüllung des laufenden Fünfjahresplans" bezeichnet. Doch scheint es mit diesem Jahr nicht besonders gut zu stehen.

Lastwagen: Brummis auf der Kriechspur

Die Hoffnung von Wilfried Lochte hat sich nicht erfüllt: "Wenn die Nachfrage aus Europa im Herbst steigen würde", so meinte das für das Leistungsgeschäft zuständige Vorstandsmitglied der Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg (MAN) noch im Frühjahr, "könnten wir die Beschäftigung halten".

Der Yen im freien Fall

Das Jahr 1982 werde "das Jahr des Yen" – darüber war sich die übergroße Mehrheit der Fachleute einig. Die Prognose bewahrheitete sich anders als erwartet: Es wurde das Jahr des Yen im freien Fall.

Agfa: Ende mit Schrecken

Am Allerseelentag lag strahlender Sonnenschein über München. Am Vormittag feierte im Königssaal des Hotels Bayerischer Hof ein – so ein Festredner – "großer, reputierlicher und illustrer Kreis" aus dem deutschen Unternehmerlager den sechzigsten Geburtstag des Präsidenten des Gesamtverbandes der Metallindustriellen Arbeitgeberverbände, Wolfram Thiele.

Wein: Volle Fässer in Franken

Die Freunde des Frankenweins reagierten sauer: Die Preise für den begehrten Tropfen kletterten und kletterten, und in "gutbürgerlichen" Lokalen kostete der Schoppen in diesem Jahr bis zu zehn Mark.

Börsen-Report: Viele Hypotheken

Von der kräftigen Zinssenkung hat der deutsche Aktienmarkt bislang nicht profitiert. Seine Kurse liegen nur noch um rund zehn Prozent vom diesjährigen Tiefstand entfernt.

Verbrauch wird sinken

ZEIT: Für die Mineralölindustrie gibt es einen kleinen Lichtblick. Im bisherigen Verlauf dieses Jahres ist der Absatz von Motorenbenzin gestiegen.

Zeitraffer

Neue Hoffnung schöpft die arg gebeutelte Bauindustrie aus der Wohnungsbauförderung, wie sie die christlich-liberale Regierung in Bonn durchsetzen will.

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