Haltet den Kurs!" hatte Ronald Reagan der amerikanischen Nation zugerufen. Doch die Bürger votierten für eine andere Richtung. Selten zuvor hat ein Präsident in Kongreß-Zwischenwahlen so viele Parteimandate verloren wie Ronald Reagan. Verluste der Republikaner im Senat und in den Regierungen der Bundesstaaten – die große Ausnahme: Kalifornien – zeigen, daß die Nation eine Politik der Mitte ersehnt.

Die hohe Arbeitslosenrate, schwindelerregende Haushaltsdefizite und der höchste Wehretat aller Friedenszeiten – die Innenansicht des Reaganismus – bestimmten den Wahlausgang. Daß die Republikaner gleichwohl nicht in einer Sturmflut des Protests untergingen, lag an der politischen Phantasielosigkeit der Demokraten.

Für Ronald Reagan sind die Zeiten der leichten Budgetdebatten im Kongreß vorüber. Politik in Washington wird schwerfälliger werden. Und für die Nation beginnt, ob es ihr paßt oder nicht, schon der nächste Kampf um die Präsidentschaft. Edward Kennedy ist mit mehr als 60 Prozent der Stimmen im Senat bestätigt worden. Das war das Startzeichen. (Siehe auch Seite 7) nau