Die Chancen stehen gut: Spätestens Mitte nächsten Jahres wird mit allergrößter Wahrscheinlichkeit die Visa-Pflicht für USA-Besucher aus der Bundesrepublik aufgehoben.

David Betts, US-Generalkonsul in Frankfurt, hält es sogar für möglich, daß die Voraussetzungen dafür noch in diesem Jahr geschaffen werden. Betts: "Der Senat hat der Vorlage mit der überwältigenden Mehrheit von 71:17 zugestimmt. Und der Kongreß wird seine ablehnende Haltung wohl aufgeben." Bislang hatte das Repräsentantenhaus starke Vorbehalte, weil ein noch größerer Zustrom illegaler ausländischer Arbeitskräfte auf dem inländischen Markt befürchtet wurde. Die jetzt geplante Aufhebung der Visa-Pflicht ist Bestandteil einer umfassenderen Gesetzesvorlage zu dieser Problematik und wird nur für sieben Länder gelten, zu denen auch die Bundesrepublik zählt. Allerdings wird diese neue Regelung nur für einen Aufenthalt von jeweils 90 Tagen gelten.

Zu befürchtende Frageaktionen bei der Einreise – wo sich bekanntlich durch die für Europäer ungewöhnlich penible Handhabung der Formalitäten schon lange Schlangen bilden – oder eine andere zusätzliche Kontrolle im Gefolge der visumfreien Einreise hält David Betts für unwahrscheinlich.

Sollte der Kongreß wider Erwarten dem Gesetz nicht in diesem. Herbst zustimmen, besteht dennoch eine Chance: die Neuvorlage in beiden Häusern Anfang nächsten. Jahres. leh