Das Berliner Institut für Museumskunde hat eine Liste der 25 beliebtesten Museen erstellt. Spitzenreiter ist wie eh und je das Deutsche Museum in München.

Die Zahlen sind beeindruckend: Genau 5 420 751 Besuche wurden in 1391 deutschen Museen registriert. Es waren sogar noch mehr, die in die Kulturtempel pilgerten, aber von 2076 angeschriebenen Adressen bekam das Berliner Institut für Museumskunde nur 1791 Antworten, von denen wiederum nur knapp 1400 exakte Angaben über ihre Besuchszahlen machten.

Trotzdem lag es nahe, eine Rangfolge der am meisten frequentierten Museen aufzustellen. 25 listeten die Berliner auf, jedes der Museen mußte mindestens 300 000 Besuche pro Jahr aufweisen können. Platz eins nahm (wie schon seit Jahren) das Deutsche Museum in München, den 25. Platz das Ägyptische Museum in Berlin ein. Dazwischen allerdings lagen "Museen", die eher in den touristischen Jahreskalender gehören als in eine museale Rangfolge. Denn: Ist Neuschwanstein ein Museum? Oder das Marine-Ehrenmal in Laboe? Gehört das BMW-Museum in München in dieselbe Kategorie wie die Alte Pinakothek? Warum ist die Flugzeugveteranen-Ausstellung im Frankfurter Flughafen ein Museum, nur weil seine Ausstellungsstücke "museumsreif" sind?

Vier Kriterien reichten aus, um in die soeben veröffentlichte Materialiensammlung zur "Erhebung der Besuchszahlen an den Museen der Bundesrepublik Deutschland samt Berlin (West) für das Jahr 1981" aufgenommen zu werden: Vorhandensein einer Sammlung und Ausstellung von Objekten mit kultureller, historischer oder allgemein wissenschaftlicher Zielsetzung; Zugänglichkeit für die allgemeine Öffentlichkeit; überwiegend keine kommerzielle Aufgabenstellung; klare Eingrenzung des Museumsbereiches.

Nicht berücksichtigt wurden per Definition: Info-Bereiche der Wirtschaft, Schlösser und Denkmäler ohne Ausstellungsgut, Bauwerke unter Denkmalschutz, Kirchen und andere Sakralbauten; Fachmessen, Privatgalerien ohne regelmäßige Öffnungszeiten; Läden mit Ausstellungsflächen, Kunstgewerbemarkt; Bildhauer-Symposien, Kunst am Bau, städtebauliche Ensembles.

Die Eintrittskarte allerdings bildete kein Museumsmerkmal. Denn gezählt wurden die Bildungshungrigen nicht nur nach Billetts (473 Museen), sondern von Hand, nach dem Besucherbuch, aber auch nur nach Schätzung. Die Gäste der Museen, die dann schließlich den Weg in die Statistik fanden, wurden zu einem Drittel von Hand, zu einem Viertel nach Eintrittskarten und zum Teil nach verschiedenen Zählaiten registriert.

Zwar geben die Berliner Museumskundler zu, daß es bei ihrer "Definition lediglich um eine empirisch faßbare Abgrenzung gegenüber anderen Einrichtungen" gehe, aber ganz glücklich über ihre Wertung scheinen sie selbst nicht zu sein. Nach Angaben des Institutes werde "man sich für 1982 anderer Bewertungskategorien bedienen".

Rainer Schauer