Man weiß nicht – ist der Fall albern oder symptomatisch: Der NDR-Chefredakteur Peter Schiwy lud stern-Chefredakteur Felix Schmidt (und den Bonn-Korrespondenten der Süddeutschen Zeitung Martin E. Süskind) zur Fernsehdiskussion „Brennpunkte“ ein, in der unter anderem über Genscher und die FDP diskutiert werden sollte. Tags darauf war der stern-Chef – verantwortlich für das stern-Titelbild, das Genscher mit der gespaltenen Zunge zeigte – ausgeladen. Dazwischen hatte eine „Schaltkonferenz“ gelegen, die offenbar geheimnisvoll war: Die Befragten mochten sich nicht äußern (Edmund Gruber), waren nicht anwesend (Schiwy-Chef Seelmann-Eggebert) oder fanden die Recherche der ZEIT eine „Abhöraffäre“ (Carl Weiss); der sagte immerhin, daß das Ausladen fest eingeladener Gäste „üblich“ und daß es den am Rundspruch Beteiligten eingefallen sei, der stern-Mann sei kein „Innenpolitiker“.

Späte, falsche Erkenntnis. Felix Schmidt ist allerdings auch noch etwas anderes: Ein ferventer Kritiker des verkrusteten, verbonzten ARD-Systems (dem er selber als Programmdirektor in Baden-Baden diente) und inzwischen Befürworter eines privaten Fernsehens. Mit dieser Meinung (über die sich ja streiten ließe) habe – „aber ich bitte Sie, ganz gewiß nicht“ – die spektakuläre Ausweisung natürlich nichts zu tun. Gewiß nicht, natürlich nicht – das glauben wir aufs Wort, denn die Herren der ARD – aber ich bitte Sie, ganz gewiß – lieben ihre Widersacher und lassen sie immer und gerne zu Worte kommen. F. J. R.