Die Personalveränderung der neuen Bundesregierung, wegen der geplanten Neuwahlen im März 1983 allemal eine Übergangsregierung, sind nun doch viel rigoroser ausgefallen, als man anfangs glaubte. In den ersten drei Wochen mußten 35 Spitzenbeamte – Staatssekretäre und Abteilungsleiter – ihren Hut nehmen. Das ist rund ein Viertel der höchsten Beamten, die Bonn hat.

Die Kosten dafür, zumindest bis zum 6. März, dem ja noch immer für möglich gehaltenen Wahltag: rund zwei Millionen Mark. Wenn es bei der gegenwärtigen Regierung bleibt, laufen die Pensionskosten für die Ausgeschiedenen weiter und werden entsprechend höher. Neben den Spitzenleuten wurden 102 Beamte von wichtigen auf unwichtige Posten umgesetzt.

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Erstaunlich ist, daß nun auch Finanzminister Gerhard Stoltenberg weit mehr Personal verschiebt, als ursprünglich angenommen. Er hatte zugesagt, Personalveränderungen ganz behutsam vorzunehmen und sie vor allem auf die Leitungsebene zu beschränken. Nun geht es sogar hinunter bis in die von Ministerialräten geleiteten Referate.

Zunächst wurde der Unterabteilungsleiter Organisation und Personal, Ministerialdirigent Klaus Fischer, in die Liegenschaftsabteilung versetzt, die offenbar eine Art Zentralparkplatz für Beamte werden könnte, die der SPD zugehören oder ihr nahestehen. An die Spitze dieser recht unpolitischen Abteilung kam schon der bisherige Haushaltsdirektor Eberhard Hubrich, für ihn ein recht tiefer Fall aus den Höhen der Macht, wozu die Haushaltsabteilung nun einmal gehört.

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Der Präsident des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) in Koblenz, Otto Greve, wird sich mit dem Inhalt eines offenen Briefes beschäftigen müssen, in dem dem Amt Verschwendung von Steuergeldern vorgehalten wird. Den Brief schrieb Annette Eickhorn, Geschäftsführerin der Solinger Eickhorn GmbH für Schneidwaren und Waffen, Spezialist für militärische Messer.