DIE ZEIT

Harmonie mit Ecken und Kanten

Der Antrittsbesuch eines Bundeskanzlers in Washington hat immer noch besonderen politischen Rang. Mögen sich auch die wirtschaftlichen Gewichte zwischen beiden Ländern zu unseren Gunsten verschoben und die Töne im bilateralen Gespräch verhärtet haben, so gilt doch heute wie einst in den Gründerjahren der Bundesrepublik: Die Visite eines neuen Bonner Regierungschefs bei der Schutz- und Supermacht verleiht seiner Investitur erst den letzten Glanz.

Grüner Entschluß

In Hagen versammeln sich am Wochenende die Grünen zu ihrem Bundesparteitag. Ihre Gefühle sind gemischt, Einerseits erfüllt sie Stolz über das Erreichte: Wahlerfolge in Hamburg, Hessen und Niedersachsen, Umfragen schließlich, die ihnen – wenn am 6.

Zunder

Für die Wahlen im kommenden März muß sich das erst noch erweisen. Da gibt es nach dem Parteitag wie davor immer noch die beiden gleichen Möglichkeiten.

ARD mukscht

Man weiß nicht – ist der Fall albern oder symptomatisch: Der NDR-Chefredakteur Peter Schiwy lud stern-Chefredakteur Felix Schmidt (und den Bonn-Korrespondenten der Süddeutschen Zeitung Martin E.

Armes Polen

Die Lage in Polen ist restlos verfahren. Nichts zeichnet sich am wintergrauen Horizont ab, das auch nur entfernt Besserung verspräche.

Zeitspiegel

Bronislaw Geremek, ein angesehener polnischer Sozialhistoriker und Berater Walesas, ist seit fast einem Jahr im Lager Darlowek in Pommern unter schlimmen Bedingungen interniert (s.

Brauchen wir diese FDP noch?

Der tränenreiche Parteitag der FDP ist vorüber. Viele nahmen Abschied von „ihrer“ FDP. Aber ist damit auch die FDP zu Ende? Diese Frage ist oft gestellt worden, wenn die Liberalen innerhalb einer Koalition aus dem Ruder liefen oder eine Koalition verließen.

Ein tiefer Riß

Der Parteitag war kaum zu Ende, da stand die Bundesgeschäftsstelle schon mit einem Poster bereit, das ihn zum Zwecke der politischen Werbung verewigen soll.

Vor dem Wahlkampf: Kostgänger des Staates

Die Meldung geriet nicht in die Schlagzeilen, aber für die Bonner Parteien ist sie lebenswichtig. Im Bundesanzeiger stand zu lesen, daß sie im vergangenen Jahr Spenden in einer Höhe kassiert haben, wie sie sich niemand in den Parteizentralen auch nur entfernt erhofft hatte.

Nach dem Wechsel in Bonn: Kohl auf dem Kutschbock

Die Neugierigen, die nach dem Regierungswechsel häufiger als sonst kamen, haben sich wieder verlaufen. Es gibt auch nichts zu sehen vor dem Kanzleramt, außer den Grenzschützern an der Kontröllpforte und ein- oder ausfahrenden Autos, darunter nur gelegentlich eine Staatskarosse, die einen Prominenten befördert.

Lew Kopelew:: Die Welt braucht Andrej Sacharow

Andrej Sacharow wurde wiederholträuberisch überfallen. Einige Male in Moskau, dann in Gorki hat man aus seiner streng überwachten Wohnung, als er ausging, seine Notiz- und Tagebücher, Manuskripte seiner wissenschaftlichen Arbeiten und persönliche Briefe einfach gestohlen.

Gesucht wird der Ausweg aus dem Labyrinth

Die neue Regierung hat ihre erste und wichtigste Schulaufgabe gemacht der revidierte Haushalt für 1983 befindet sich auf dem parlamentarischen Weg.

Spanien: Carrillo am Ende

Das Gericht ließ nicht lange auf sich warten. Allein Santiago Carrillo, so befand die Kommunistische Partei, trage Schuld an der vernichtenden Wahlniederlage.

Papst-Reise: Zweifel an der Mission

In den neu Tagen seiner spanischen Pilgerreise konnte Johannes Paul II. nicht immer die Spuren Don Quichottes, doch manche Schatten der Vergangenheit umgehen.

Vorher und nachher

Die „gute alte Zeit“, die es nie gab, ist die falsche Meßlatte zur Bewertung der sozialliberalen Jahre

Die Ostpolitik des Vatikan: Zwischen Hoffnung und Realität

Wie einst die gekrönten, so blicken heute die roten Zaren voll Argwohn nach Rom: Der altrussische Verdacht, daß alles Katholische etwas Polnisches sei und als solches schon ein Sicherheitsrisiko für das östliche Imperium, hat sich in der Gestalt des polnischen Papstes Johannes Paul II.

Wolfgang Ebert: Novembernebel

Kohl Wenn wir nicht bald Mittel und Wege finden, um aus diesem Irrgarten herauszukommen, verpasse ich sieben entscheidende Auslandsbesuche.

Naher Osten: Begins Spiel mit dem Frieden

Wie glaubwürdig ist Menachem Begin für die Amerikaner? Wie kalkulierbar sind seine Reaktionen für Ronald Reagan? Anfang der Woche legte der israelische Ministerpräsident für den Grad seiner Glaubwürdigkeit auf überraschende Weise beredtes Zeugnis ab.

Umweltschutz: Unverbindliches von Zimmermann

In der Regierungserklärung Helmut Kohls, in der Debatte darüber, in den nachfolgenden Interviews und Erklärungen von Mitgliedern der neuen Regierung ist ein Thema viel zu kurz gekommen, das für die Zukunft der Menschheit nicht minder wichtig ist als die Verteidigungs- und Friedenspolitik: der Umweltschutz.

Kirche als lärmender Platz

Die katholische Kirche Amerikas wird ein lärmender, streitsüchtiger und unordentlicher Platz bleiben. Niemand kann sie mit einem Mausoleum verwechseln“, schrieb vor, kurzem der Soziologe Andrew M.

Eine neue Ökumene

Kein Zweifel, Friedensgespräche in der Kirche wirken ansteckend. Skandinaviens Kirchen – führer laden Repräsentanten aller christlichen Glaubensgemeinschaften zu einer „überlebensorientierten Bewußtseinsbildung“.

Planstelle für Brotzeitholer: Bei Spinat nicht ausgelastet

Georg Hölzle, Leiter des Augsburger Stadtreinigungsamtes, fühlt sich verkannt: „Brotzeitholer – schon das Wort ist eine Beleidigung! Wir haben im Frühjahr beim Personalausschuß lediglich den ordnungsgemäßen Antrag gestellt; einen Kantinenführer zugewiesen zu bekommen.

Den Mangel „gerecht“ verwalten?

Irgendwann in diesen Novembertagen wird die Zahl der Arbeitslosen in der Bundesrepublik jene angeblich „magische“ Grenze von zwei Millionen überschreiten; zum Ende des vergangenen Monats wurde sie nur knapp verfehlt.

Der Ost-West-Handel

1. Im Ost-West-Handel erreichten die Einfuhren und die Ausfuhren 1981 zusammen einen Wert von schätzungsweise 100 Milliarden Dollar.

Arbeitsämter: Außenstände

Den Beamten in den Arbeitsämtern mag es an Phantasie mangeln. Aber korrekte Arbeit in dem Sinne, daß sie sich an die Vorschriften halten, sollte man verlangen können.

Bonner Kulisse

Die Personalveränderung der neuen Bundesregierung, wegen der geplanten Neuwahlen im März 1983 allemal eine Übergangsregierung, sind nun doch viel rigoroser ausgefallen, als man anfangs glaubte.

Entwicklungspolitik: Im Schlepptau der USA?

Der neue Entwicklungsminister Jürgen Warnke hat sich zu seiner künftigen Politik geäußert. Obwohl noch kein schlüssiges Konzept erkennbar ist, zeichnet sich eine Politik ab; die offensichtlich mehr Rücksicht auf amerikanische Interessen nimmt.

Norbert Blüm: Den Konsens fördern

Er hat schon einen besonders schlechten Start gehabt, der neue Bundesarbeitsminister. Norbert Blüm, seit vielen Jahren Mitglied der IG Metall, ist durch eine vorschnelle Kampagne für eine Atempause in der kommenden Lohnrunde – wen wundert’s – ins Zentrum der gewerkschaftlichen Kritik geraten.

Börsen-Report: Düster

Altbundeskanzler Helmut Schmidt, den es sehr verdrossen hatte, daß die deutschen Aktienmärkte seinen Abschied von der Bonner Regierungsbank mit einer freundlichen Tendenz begleiteten, kann wieder zufrieden sein.

Erster Schritt zur Reform

ZEIT: Das Bundesverfassungsgericht hat die rund zwei Millionen Alleinerziehenden-Haushalte in der Bundesrepublik praktisch in den Kreis der Familien aufgenommen und ihre steuerliche Benachteiligung gegenüber den Ehepaaren bemängelt.

Manager und Märkte

Giorgio Manina, Chef des zur Fiat-Gruppe gehörenden Lastwagenkonzerns Iveco, hat dazugelernt: Im Sommer hatte er bei der Ulmer Iveco-Tochter Magirus-Deutz für helle Aufregung gesorgt, weil er in einem Zeitungsinterview „drastische Maßnahmen“ für die deutsche Gesellschaft angekündigt hatte – inzwischen weiß der italienische Manager offenbar, daß so etwas besser vorher mit Vorstand und Betriebsrat in Deutschland besprochen werden sollte.

Soziale Sicherheit: Die Kosten sind kaum zu bremsen

In den letzten zwanzig Jahren hat sich der Aufwand für Sozialleistungen in der Bundesrepublik nahezu versechsfacht. Besonders die Arbeitnehmer bekamen das zu spüren: Sie müssen heute wesentlich höhere Anteile ihres, Einkommens für Steuern und Sozialbeiträge abzweigen als früher.

Zeitraffer

Die Preissteigerung hat im Oktober – anders als in früheren Monaten – alle vom Statistischen Bundesamt erfaßten Haushaltstypen gleich getroffen.

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