Die Preissteigerung hat im Oktober – anders als in früheren Monaten – alle vom Statistischen Bundesamt erfaßten Haushaltstypen gleich getroffen. Ob Haushalte mit mittlerem oder höherem Einkommen, Rentner oder Sozialhilfeempfänger – die Lebenshaltungskosten haben sich um einheitlich 4,8 Prozent erhöht. Weit unter der durchschnittlichen Inflationsrate von 4,9 Prozent haben sich die Preise für Nahrungsmittel entwickelt. Sie sind gegenüber dem Vorjahresmonat um nur drei Prozent gestiegen, gegenüber September 1982 sogar um ein halbes Prozent billiger geworden. Für Mieten muß dagegen fünf Prozent mehr als vor einem Jahr, für Heizöl gar um über elf Prozent mehr bezahlt werden.

Sollte – wie es die Regierung in Bonn plant – die Mehrwertsteuer vom 1. Juli nächsten Jahres an um einen Prozentpunkt steigen, dann würde das die Lebenshaltungskosten auf einen Schlag rein rechnerisch um 0,7 Prozentpunkte erhöhen. Das bedeutet für einen Vier-Personen-Arbeitnehmerhaushalt mit mittlerem Einkommen eine Mehrbelastung von fünfzehn Mark pro Monat, bei höherem Einkommen wären es 23 Mark, und Zwei-Personen-Rentnerhaushalte müßten rund sechs Mark mehr ausgeben.

Spielzeug wird vor Weihnachten nicht mehr teurer, verspricht der Fach-Einzelhandel seinen kleinen und großen Kunden, die unter rund 250 000 verschiedenen Artikeln wählen können. Allerdings müßte das Weihnachtsgeschäft schon sehr lebhaft verlaufen, um zumindest den Umsatz vom Vorjahr – im Fachhandel 1,1 Milliarden, insgesamt waren es 3,1 Milliarden Mark – zu erreichen, denn in den ersten neun Monaten dieses Jahres gingen die Umsätze bei Spielwaren um insgesamt acht Prozent zurück.

An der Klagemauer stehen in der Bundesrepublik inzwischen auch die Apotheker. Zwar ist der Gesamtumsatz aller öffentlichen Apotheken 1981 noch um rund 7,5 Prozent auf 18,6 Milliarden Mark gestiegen, gesunken sind aber die Erträge. Der Berufsverband weist darauf hin, daß sich das betriebswirtschaftliche Ergebnis innerhalb von zehn Jahren um 63 Prozent verschlechtert habe. Die Folge: Allein im ersten Halbjahr 1982 mußten bundesweit 32 Apotheken ihre Pforten für immer schließen, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es erst neunzehn. Ho