Mit den hundert Bergbahnen in der Bundesrepublik geht es wirtschaftlich eher bergab als bergauf, das ist die Bilanz, die unlängst bei der Jahresversammlung des Bundesverbandes Deutscher Eisenbahnen, Fachgruppe Seilbahnen, in Freiburg gezogen wurde.

Die Hälfte der Bergbahnen schreibt rote Zahlen, die Möglichkeiten der Rationalisierung sind weitgehend erschöpft, eine Anhebung der Fahrpreise ist kaum mehr möglich, wenn man nicht weitere Kunden verlieren will, so das Fazit.

Kein Wunder, daß in den letzten Jahren keine neuen Bergbahnen gebaut wurden, auch bei den Sesselliften sieht es ähnlich aus: Eine Erschließung neuer Wander- oder Skigebiete kommt gegenwärtig nirgendwo mehr in Frage.

Vier Gründe dafür wurden auf der Tagung genannt: 1. der hohe Finanzbedarf dieser Geräte bei nur geringer Auslastung (sie liegt bei 20 Prozent im Jahresdurchschnitt); 2. die zurückgehende Nachfrage; 3. die Feststellung, daß offenbar ein Sättigungsgrad erreicht wurde und 4. der Naturschutz: In keinem der Landesentwicklungspläne sind neue Bahnen vorgesehen.

Wenn Veränderungen vorgenommen werden, so handelt es sich nur noch um Ersatzbeschaffungen für ältere Anlagen, Modernisierungen in eher bescheidenem Rahmen.

So schließt man beim Verband auch die Stillegung von Bergbahnen nicht aus. Aus Bayern wurde berichtet, daß Bahnen zur Zwangsversteigerung anstehen, nur es fehlt an Käufern. Stillegungen werden mancherorts dadurch verhindert, daß die Gemeinden in das verlustreiche Bahngeschäft einsteigen, weil sie eine Verringerung ihrer touristischen Infrastruktur fürchten.

Der Verband betonte, daß man in den deutschen Fremdenverkehrsgebieten auch keine zusätzlichen Skilifte mehr brauche. "Die Verhältnisse von Angebot und Nachfrage haben sich inzwischen eingependelt." An den Skiliften gebe es in der Regel nur noch "normale Wartezeiten": Darunter versteht man etwa zehn Minuten, die überdies als notwendige Ruhepausen für den Skifahrer dienen. Im übrigen habe man beobachtet, daß die Skifahrer diejenigen Skilifte auswählten, wo die Schlange nicht zu lang und der Service eher freundlich sei.

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