DIE ZEIT

Brüchiger Konsens

Gerät bei uns eine der bewundernswertesten Errungenschaften der Nachkriegszeit ernsthaft in Gefahr: der soziale Ausgleich zwischen Kapital und Arbeit? Alle Welt hat über die Jahrzehnte hinweg die innere Beständigkeit der Bundesrepublik bestaunt und darunter politische wie wirtschaftliche Stabilität verstanden.

Zum Tango gehören immer zwei

Am Mittwoch voriger Woche ist Leonid Breschnjew gestorben. Am Freitag ließ das Kriegsrechtsregime des Generals Jaruzelski den internierten Arbeiterführer Lech Walesa frei.

Zeitspiegel

Der konservative Figaro wollte wissen, was die Franzosen zweieinhalb Jahre nach dem Wahlsieg François Mitterrands von Regierung und Opposition in ihrem Land halten.

Wolfgang Ebert: Kollegen unter sich

Gelegentlich der Beisetzungsfeierlichkeiten für Breschnjew in Moskau kam es auch zu einer geheimen, in sehr freimütigem Ton geführten Unterredung zweier Männer, die schon von Berufs wegen viel gemeinsam haben: zwischen dem ehemaligen CIA-Chef und jetzigen US-Vizepräsidenten Bush und dem ehemaligen KGB-Chef und jetzigen KP-Generalsekretär Andropow.

Afrika: Die Preise fallen, die Schulden steigen

Den Afrikanern geht das Geld aus. Devisenmangel zwingt ein Land wie den Sudan auf die Einfuhr vom Medikamenten zu verzichten, und in Tansania ruhten vier Monate alle Entwicklungsprojekte, die mit Geldern der Weltbank finanziert wurden.

Afghanistan: Die Rebellen bekriegen sich gegenseitig

Zwei Tage vor Leonid Breschnjews Tod berichtete die Moskauer Armeezeitung Krasnaja Swesda in ungewöhnlich ausführlicher Form von den schweren Schäden, den die islamischen Guerrilleros der Wirtschaft Afghanistans zugefügt hätten.

FDP: Zurück zu den „reaktionären Ursprüngen“?

Aus der Bundestagsfraktion ist bislang nur Ingrid Matthäus-Maier ausgeschieden. Die frühere Vorsitzende des Haushaltsausschusses wechselt zur SPD, die ihr nach dem Willen Willy Brandts auch einen Platz im nächsten Bundestag sichern soll.

Die Liberalen zerren an ihren Ketten

Während CDU und SPD den Wahlkampf noch proben, wird er von, nein, genauer: zwischen CSU und FDP schon heftig ausgetragen. Gerade die Not ihrer Schwäche, Unglaubwürdigkeit und Zerrissenheit gibt manchen Liberalen nichts anderes ein, als den starken Mann zu markieren: Also, kein Franz Josef Strauß in einer Regierung nach dem 6.

Breschnjew: Der Praktiker der Macht

Leonid Breschnjews Größe wuchs mit der Entfernung. Von nahem wirkte er wie der vollendete Durchschnitt. Spötter in Moskau behaupteten während seiner Amtszeit, es sei das Mittelmaß gewesen, das ihn groß gemacht hätte; typisch für diese Sowjetgesellschaft.

Breschnjews Nachfolger: Ein Kommunist ohne Ballonmütze

Die Stationen seines Lebens entsprechen nicht der kommunistischen Bilderbuchkarriere: 1914 im Nordkaukasus geboren, der Vater Eisenbahner, die Mutter soll aus einer jüdischen Familie stammen, Seit 1939 ist er in der Partei, zunächst Jugend-, dann Parteisekretär in Karelien, der im finnisch-russischen Winterkrieg umkämpften Sowjetrepublik.

Lech Walesa ist frei: Eine Chance für den Dialog?

Noch vor Wochen schien all das unvorstellbar: Ein Lech Walesa, der aus seiner Verbannung "nicht auf den Knien", auch nicht Tribun einer auferstandenen Solidarność und doch mit der Geste eines – versöhnlich gestimmten – Siegers nach Danzig zurückkehrte.

CSU, SPD und der Geist des Widerstandes: Die dunkelste Stunde

Für Bayerns Sozialdemokraten war es ein „beschämender und peinlicher Ausfall“, ein Zeichen für „schlechtes Gewissen“. Und Franz Josef Müller, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Verfolgter Sozialdemokraten, meinte, es sei ein Skandal, „wie wenig in der CSU vom Geist derjenigen Gründungsmitglieder, die aus dem Widerstand kamen, noch lebendig ist“.

Startbahn-Konflikt: Das Recht hinter der Scheibe

Justiz hinter Glas: „Wie im Zoo“ kommt sich ein Prozeßbesucher vor, der hinter der meterhohen Trennscheibe des Sitzungssaales 146a des Frankfurter Oberlandesgerichtes Platz nimmt und durch das Glas auf einen Mann blickt, dem hier, vor dem 4.

Fallsammlung grotesker Justiz-Irrtümer: Unschuldig verurteilt

Der Farmer Will Purvis war wegen Mordes zum Tode durch den Strang verurteilt worden. Als Purvis vom Priester die letzte Tröstung empfing, schrie er den Schaulustigen, die um den Hinrichtungsplatz herumstanden, in letzter Not zu: „Ihr tötet einen Unschuldigen!“ Dann knüpfte der Henker den Strick um den Hals.

Ein Medienereignis als Lehrstück: Kein Ausweg aus der Schuld?

Das Fernsehen strahlt die „Holocaust“-Serie noch einmal aus, und schon leben die alten Debatten wieder auf. Die Argumente dafür und dagegen sind dieselben wie 1979: Die Ästhetiker mäkeln über den mediokren Stil der soap Opera; die Didaktiker beschäftigen sich mit dem Problem, ob und warum dieser Film zur Aufklärung über den Nationalsozialismus beitragen kann.

Die fragwürdige Sammelei

Die sozial-liberale Regierung hat mit dem Bundesdatenschutzgesetz vom 27. Januar 1977 versucht, den Sammeleifer von Daten bei öffentlichen Stellen und in der Privatwirtschaft zu bremsen.

Die Konzerne sind am Ende

Die Katastrophe nimmt ihren Lauf – Deutschlands Stahlindustrie steht kurz vor dem Ruin. An der Saar hat nur eine Soforthilfe aus Bonn und Saarbrücken den Konkurs eines Unternehmens verhindert, an der Ruhr, in Niedersachsen und Bremen zieht der Pleitegeier schon seine Kreise.

Die roten Ideen-Diebe

Wenn Markus Wolf, Chef der Spionageabteilung im Ost-Berliner Ministerium für Staatssicherheit (MfS), zum Jahresende Bilanz zieht, kann er wieder mit sich zufrieden sein; Für den vergleichsweise niedrigen Einsatz von fünf Millionen Mark hat seine Abteilung für den Staatshaushalt der DDR den Gegenwert von mindestens dreihundert Millionen Mark erwirtschaftet, und zwar in Form von Know-how aus dem feindlichen Westen, aus der Bundesrepublik.

Bonner Kulisse

Wenn komplizierte Steuergesetze geändert werden sollen, womöglich gar zum Nachteil des Staates und zum Vorteil seiner Bürger, dann ist eines von vornherein fast gewiß: Die Veränderung wird sich verspäten.

Ministerkonferenz des Gatt: Versammlung der Sünder

inmitten einer steigenden Flut von Schutz- und Vergeltungsmaßnahmen, die den Welthandel behindern, treffen sich am 24. November in Genf die Wirtschaftsminister der Mitgliedsstaaten des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (Gatt).

Bauherrenmodell: Gerettet

In dem vom nordrhein-westfälischen SPD-Finanzminister Posser angezettelten Streit um die Bauherrenmodelle hat der Verband öffentlicher Banken Stellung bezogen.

Neue Heimat: Grundmann sein klein Häuschen

Im April dieses Jahres berichtete der Hamburger stern unter der Schlagzeile „Warmer Regen für Herrn Grundmann“ über sechsstellige finanzielle Vergünstigungen der Neuen Heimat Nordrhein-Westfalen (NHNRW) an den damaligen Vizepräsidenten des Düsseldorfer Landtags und Vorsitzenden des Verwaltungsrates des Westdeutschen Rundfunks, Konrad Grundmann (CDU), beim Bau eines Eigenheims in Münstereifel.

Ein heilsamer Schock

Auch ohne Verbot: Eine Drei-Milliarden-Mark-Branche nimmt Abschied vom Rohstoff Asbest

Wirtschaftsprobleme im Ostblock: Andropows schweres Erbe

Die Fülle der wirtschaftlichen Probleme, die der verstorbene Parteichef Leonid Breschnjew seinem Land hinterlassen hat, ist beträchtlich: Die Sowjetunion wird weder mit modernen Produktionsmethoden und Produkten fertig noch mit vergleichsweise archaischen Techniken.

Arbeit durch Schönheit

Große und mittlere Unternehmen werden im nächsten Frühjahr kaum noch Absolventinnen von Universitäten und Colleges einstellen“, alarmierte das Japan Recruit Center in Tokio die weibliche Jugend des Landes.

Die Existenzgrundlage wird gefährdet

Schmitz: Es geht uns nicht in erster Linie um Strom aus Frankreich. Zur Aufrechterhaltung unserer stromintensiven Produktionen benötigen wir preisgünstigen Strom.

Länder im Vergleich

Deutlich mehr als ein Drittel des Elektrizitätsbedarfs wird in Frankreich vom Atomstrom gespeist. Damit sind die Franzosen an der Spitze im internationalen Vergleich.

Deutsche Industrie: Investitionsschwaćh und schlecht ausgelastet

Die Investitionsschwäche der deutschen Industrie ist in den letzten Monaten häufig beklagt worden. Als Ursache wurden dabei die „Rahmenbedingungen genannt, die angeblich nicht gestimmt hätten: also vor allem staatliche Reglementierungen und eine langsame Bürokratie.

Zeitraffer

Die Jahresabschlüsse von etwa 20 000 deutschen Unternehmen hat die Bundesbank ausgewertet und kann bestätigen, daß sich Ertragslage und Ausstattung mit Eigenkapital 1981 weiter verschlechten haben.

Manager und Märkte

Daß der neue Vorstand der Bundesbahn – Rainer Gohlke und seine Kollegen sind seit einem halben Jahr im Amt – das hochdefizitäre Staatsunternehmen sanieren kann, glauben nur unerschütterliche Optimisten.

Handeln soll wandeln

Das Sortiment ist klein, aber kernig: Birchermüsli, vier Sorten Bio-Brot, Öko-Gemüse, Kräuter, Obst- und Gemüsekonserven, Honig, Konfitüren und Säfte.

Das Geschäft ist gesund

Die erste alternative Bewegung, die es in Deutschland gab, ist nun beinahe hundert Jahre alt, und sie war einst so bunt wie die Szene heute.

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