Daß der neue Vorstand der Bundesbahn – Rainer Gohlke und seine Kollegen sind seit einem halben Jahr im Amt – das hochdefizitäre Staatsunternehmen sanieren kann, glauben nur unerschütterliche Optimisten. Immerhin – das erste bescheidene Erfolgserlebnis haben Gohlke und sein Marketing-Kollege Hemjö Klein bereits: Das "Rosarote Wochenende", die gegenwärtige Niedrigpreisaktion der Bahn, stößt auf Gegenliebe bei der Kundschaft.

An den ersten sieben der insgesamt zwölf Wochenenden der Aktion nutzten 224 000 Reisende den Sondertarif, vor allem auf den Strecken Hamburg-München und Ruhrgebiet-München. Wegen der großen Nachfrage mußte die Bahn etliche Sonderzüge einsetzen. Doppelt so viele Leute wie sonst gönnten sich zum Günstigpreis den Komfort der ersten Klasse.

Ob am Ende auch die Kasse der Bahn stimmen wird, steht indes dahin. Die Einnahmen blieben an den ersten fünf Wochenenden mit zwölf Millionen Mark um zehn Prozent unter den Erwartungen. Die Zusatzzüge verursachten zudem Zusatzkosten.

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Für Adolf Schmidt, den Vorsitzenden der IG Bergbau und Energie, ist es ein Skandal: Behördenbauten werden mit Öl oder Gas beheizt, obwohl deutsche Kohle als Brennmaterial mindestens dreißig Prozent billiger ist. Gleichzeitig türmen sich die Kohlenhalden auf, weil der Absatz fehlt. Der Chef der Bergarbeitergewerkschaft fordert deshalb die Behörden auf, ihre Heizsysteme umzustellen.

Dafür gibt es sogar eine gesetzliche Handhabe. In Artikel 57 des Montanvertrages heißt es nämlich, daß die Oberbehörde der Montanunion – ihre Funktion nimmt heute die EG-Kommission wahr – in Zusammenarbeit mit den nationalen Regierungen den Kohleverbrauch der "öffentlichen Dienste" beeinflussen kann. Im deutschen Steinkohlenbergbau wird das so interpretiert, daß gesetzliche Auflagen für den Verbrauch von Kohle in öffentlichen Gebäuden zulässig seien.

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