Zur Solidarität aller Studenten aus allen Generationen hat die Westdeutsche Rektorenkonferenz aufgerufen. Die geplanten Einsparungen beim Bafög träfen nur ein Drittel der heutigen Studenten – nämlich die ärmeren. Ausgerechnet sie würden ja als spätere Darlehens-Rückzahler das Studium der zehn oder zwanzig Jahre Jüngeren finanzieren, Die WRK erwähnt in diesem Zusammenhang ein anderes Modell, eine Akademikersteuer, durch die alle Absolventen zur weiteren Erhaltung der Universität beitragen könnten. Sollte das Schule machen, könnten auch andere Notleidende davon profitieren. Vielleicht finanzieren demnächst Franz Beckenbauer und die anderen Fußball-Weltmeister von 1974 die bankrotten Bundesligavereine.

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Solidarität vermißt die Rektorenkonferenz auch bei der Zuteilung von Sondermitteln an die verschiedenen Hochschulbereiche. Es sei einfacher, einen Zuschuß von 120 000 Mark für ein naturwissenschaftliches Gerät zu erhalten, als einen für ein Buch in den Geisteswissenschaften, das 50 Mark kostet. Sollten die Universitäten, wie ein WRK-Sprecher jetzt im Scherz vorschlug, den Posten "Großgerät Buch" einführen?

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Der "wirksame Einsatz der personellen und finanziellen Mittel an der Universität" beschäftigte auch aus Anlaß einer gleichnamig gen Anfrage der CDU-Fraktion die Hamburger Bürgerschaft. Die Wissenschaftsbehörde konnte die Abgeordneten beruhigen, die über das Verhältnis von Kosten und Nutzen an der Universität Hamburg Bescheid wissen wollten. Mit einer durchschnittlichen Ausgabe von 4740 Mark pro Student und Jahr rangiert die Universität Hamburg so gesehen an drittbester Stelle aller westdeutschen Universitäten. Billiger Studien wird nur in Köln und Münster. Göttingen mit 7719 Mark hat durchschnittlich die teuersten Studienplätze.

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Die Auseindersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus führt in den meisten Schulklassen nicht dazu, "die Voraussetzungen für die Weiterentwicklung von Humanität und Demokratie in Deutschland zu verbessern". Hessens Kultusminister Krollmann hat dieses Lernziel jetzt erneut formuliert. Die von den vier Folgen der Fernsehserie "Holocaust" ausgehende emotionale Betroffenheit über das Schicksal der Juden im Deutschland Adolf Hitlers soll für den Unterricht genutzt werden.