1. Das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen (General Agreement on Tariffs and Trade – Gatt), das im Januar 1948 in Kraft trat, ist der ökonomische, rechtliche und institutionelle Rahmen für den internationalen Handel. Sein Herzstück ist ein ausgelastetes Gleichgewicht von gegenseitigen Zollzugeständnissen zwischen den 88 Vertragsparteien. Die vertraglich ausgehandelten Zollsätze gelten nach dem Prinzip der Meistbegünstigung für alle Vertragsparteien. Der Abbau des Zollschutzes hat seither gute Fortschritte gemacht.

2. Das Abkommen enthält auch Bestimmungen, die die Anwendung solcher Handelsschranken verbieten oder einschränken, die weder durch Zölle noch durch Mengenbeschränkungen entstehen. Ihr Abbau hat sich als schwieriger erwiesen.

3. Zum Schutz gegen schädliche Importkonkurrenz ermächtigt das Abkommen die Importländer, ihre Liberalisierungspolitik vorübergehend auszusetzen oder aufzuheben. Wenn erhöhte Einfuhren eines Produkts zu einer ernsthaften Schädigung der einheimischen Industrie führen, kann das Land Zölle oder nichttarifäre Hindernisse für derartige Importe einführen. Diese Schutzklauseln wurden relativ selten in Anspruch genommen.

4. Importländer werden durch das Abkommen auch ermächtigt, kompensierende Maßnahmen gegen Handelspartner zu ergreifen, die zu Dumpingpreisen liefern oder ihre Exporte durch Subventionen erhöhen: Im ersten Fall sind Antidumpingzölle, im zweiten Ausgleichszölle erlaubt. Sie sollen jedoch nicht zu einem zusätzlichen Schutz für die betroffenen Industrien im Importland führen.

5. In der Praxis haben versteckte Handelsbeschränkungen verschiedenster Art zu einer Umgehung des Abkommens geführt. Deshalb wird gefordert, das Gatt-Abkommen jetzt so zu stärken, daß einem weiteren Umsichgreifen solcher Hemmnisse ein Riegel vorgeschoben wird.