lung geschah ohne jegliche Diskussion von Luthers Argumenten. Selbst eher konservative katholische Konzilienhistoriker geben heute zu, daß in Trient "die Frage nach der geschichtlichen Entstehung der Siebenzahl nicht andeutungsweise - gestellt wurde" (H. Jedin).

Eine unfehlbare Lehre also? Gedeckt von der Schrift? Gedeckt von der historisch kritischen Exegese? Katholische Dogmatiker pflegen einer klaren Antwort auszuweichen. Eine solche zu geben, ist noch heute - 450 Jahre später - gefährlich, wie man weiß. So bleiben denn Luthers entscheidende Fragen - bezüglich der einzelnen Sa kramente, der katholischen Theologie im allgemeinen und des sakralrechtlich abgesicherten römischen Systems , und seine Schrift ist, bei allem Zeitbedingten, weniger denn je überholt. Eine historisch kritisch reflektierte und für die heutige kirchliche Praxis durchdachte Lösung wird freilich nicht einfach in einer Rückkehr zu Luther bestehen können, doch mußte sie Luthers tiefste Intentionen aufnehmen, um so zu einer wahrhaft öku menischen, Synthese christlichen Glaubens und Handelns zu kommen. Hans Küng "The Atomic Cafe" von Pierce Rafferty, Kevin Rafferty und Jayne Loader "Duck und coverVerkriech dich und deck dich zu" singt fröhlich die ZeichentrickSchildkröte Burt im Auftrag der amerikanischen Regierung. Und sogleich verstecken sich strahlende Schulkinder unter ihren Pulten. Gerade dem deutschen Betrachter vergeht rasch das Lachen angesichts der plumpen Verharmlosungen, mit denen in den USA in den vierziger und fünfziger Jahren die Atombombe zum kalkulierbaren Risiko verniedlicht wurde. Bei uns hieß der Slogan damals: "Aktentasche über den Kopf halten und abwarten Nach jahrelangen Recherchen haben die Dokumentarfilmer Pierce und Kevin Rafferty und die Journalistin Jayne Loader aus Propagandafilmen für Soldaten und Zivilschutz, aus Nachrichtensendungen, Fernseh Reklame, Politiker Interviews und damals populären "Atom Schlagern" eine abendfüllende Collage montiert. Auch ohne begleitenden Kommentar werden der Zynismus und die Heuchelei sichtbar, mit denen man im Jahrzehnt nach Hiroshima die Angst von Bürgern und Soldaten vor einem atomaren Krieg zu betäuben suchte. Die absurden Bagatellisierungen der Folgen atomarer Strahlung wirken allerdings überhaupt nicht mehr komisch, wenn man sieht, daß sich diese Beschwichtigungs Taktik (die ja auch Atomkraftwerke betrifft) inzwischen kaum verändert hat. Und so löst jener trifft) inzwischen kaum verändert hat. Und so löst jener Ratschlag, mit dem einst die Einwohner von Nevada beruhigt werden sollten, als eine Atomwolke vom Testgebiet herübergeweht war, ein durchaus aktuelles Entsetzen aus: "Schließen Sie die Fenster und kümmern sich nicht weiter darum Lina Schneider "Bürgschaft für ein Jahr" von Hermann Zschoche. Alltagsgeschichten, Frauengeschichten - weit entfernt vom Pathos des real existierenden Sozialismus - kommen seit einiger Zeit, Wenn auch recht zögernd, aus den Ost Berliner DEFA Studios in unsere Kinos. Auch Hermann Zschoche ("Sieben Sommersprossen", 1978) beschäftigt sich mit einem unspektakuläfen Stoff. Nina Kern (Katrin Sass) hat nach der Scheidung ihre drei Kinder vernachlässigt. Als asozial abgestempelt, soll sie das Sorgerecht verlieren, die Kinder, die bereits in einem Heim leben, nicht mehr zu sich nehmen dürfen. Eine Chance freilich gibt man ihr noch. Unter Aufsicht zweier Bürgen darf sie wieder für ihr jüngstes Kind sorgen: auf Bewährung. Katrin Sass spielt diese junge Frau natürlich, spontan und anrührend. Und der Zuschauer verfolgt mitfühlend ihren Alltag, in dem sie sich den Normen zu fügen sucht, die eine auf Anpassung und Ordnung reduzierte Gesellschaft vorschreibt. "Bürgschaft für ein Jahr" ist durchaus kein DDR spezifischer Film, denn hier wie dort reagiert man auf Außenseiter der Gesellschaft, oder was man dafür hält, nicht selten mit Unverständnis und Ablehnung. gins. Ein Film wie ein "Big Mac": allenfalls zum eiligen Verbrauch bestimmt, nicht gerade gehaltvoll, und geprägt vom Charme jener bunten Plastik Buden, in denen wir von unseren amerikanischen Freunden mit ihren unnachahmlichen Hamburgers verwöhnt werden. Dolly Parton (die zwar über die Rundungen, aber nicht über den Charme von Mae West verfügt) spielt die lebensfrohe Besitzerin einer texanischen "Hühnerfarm", die auf Betreiben eines ebenso prüden wie weibischen Fernseh Menschen (Dom DeLuise) geschlossen werden soll. Sheriff Ed Earl Dodd (Burt Reynolds), der "Madam" auch privat ergeben, will diesen Frevel an altem texanischen Brauchtum natürlich verhindern, was zu diversen Schlägereien und Gesängen (es handelt sich um ein Musical) führt. Spannend an dieser Portion von filmischem "Junk Food" ist höchstens der (unbeabsichtigte) Kontrast zwischen der ziellosen Vulgarität der Inszenierung und der um erhabene Stimmungen bemühten Landschafts Photographie von Williams A. Fraker. "Eine Sommernachts Sexkomödie" von Woody Allen "Die Fantome des Hulmachers" von Claude Chabrol "Einer mit Hera" von Francis Coppola "Normalsatz" von Heinz Emigholz "Querelle" von Rainer Werner Fassbinder "Von Mao zu Mozart" von Murray Lerner "Mad Mas II" von George Miller "Tote tragen keine Karos" von Carl Reiner "Der Westen leuchtet!" von Nikiaus Schilling "Der Blade Runner" von Ridley Scott "Der Saustall" von Bertrand Tavernier (siehe S. 46) "Der Stand der Dinge" von Wim Wenders.