Bedenken, wonach die weltweit verschlechterte Wirtschaftslage besonders das internationale Kreuzfahrtgeschäft beeinträchtigen würde, erfüllten sich nicht. Im Gegenteil: Die Reedereien erwarten gute Geschäfte und investieren in ihre Schiffe. Damit wird die Kapazität höher als die Nachfrage, was zeitweise zu einem Preiskampf führen könnte.

Das "Traumschiff", Deutschlands maritime Fernsehschnulze, ist in jeder Hinsicht ein Abklatsch des amerikanischen TV-Dauerbrenners "Love Boat", auch was die Stimulanz des Kreuzfahrtenverkaufs anlangt. In den USA, dem bei weitem größten Markt für "Fun Cruises", sorgt die Love Boat Crew für eine immer noch wachsende Nachfrage nach Kreuzfahrten, obwohl ansonsten auch Amerikas Urlauber sparen müssen.

Marketing-Untersuchungen in den USA sagen für die nächsten Jahre ein weiter steigendes Interesse an Touren durch Karibische oder pazifische Gewässer voraus. Die Reaktion ist einhellig, die Reedereien legen neue Schiffe auf oder vergrößern die Kapazität ihrer vorhandenen. Die spektakulärste Aktion hat die zur Luxusklasse zählende norwegische "Royal Viking Line" unternommen. Sie verlängert ihre drei Schiffe um jeweils 28 Meter und bietet nun 700 Passagieren (200 mehr als zuvor) Platz.

Den Auftrag für diese Arbeit erhielt eine Bremer Werft, sie bekam den Zuschlag, weil sie präzise und kurze Umbauzeiten sichern konnte. Die "Star" ist bereits wieder auf See, die "Sky" liegt derzeit in Bremen, die "Sea" wird im kommenden Sommer verlängert.

Auf die Schnelle ist diese erhöhte Kapazität selbst auf dem großen amerikanischen Markt nicht zu füllen, angesichts der dort verschärften Konkurrenz sah sich die Royal Viking Line jetzt auch intensiver auf dem früher ein wenig vernachlässigten europäischen Markt um. Sie wirbt mit einer neuartigen Preisstruktur, die Linienflüge zu den Häfen und zurück, Transfers und (bei Überseehäfen) auch Hotelübernachtungen miteinbezieht. Massivster Kaufanreiz soll allerdings ein "Jubiläumsbonus" (Royal Viking ist zehn Jahre alt) sein: Jeder Passagier, der bis Ende Januar ’83 eine Kreuzfahrt bucht, bekommt einen Nachlaß von 800 Mark, gleichgültig, ob er die billigste Fahrt und Kabine für 3755 Mark oder die teuerste Offerte für 37 120 Mark wählt. K. V.