Wie es einem gutwilligen Rekruten in der "Schule der Nation" erging

Von Elisabeth Schneider

Verweigern wollte er nicht Er sagte, wer die Annehmlichkeiten des Staates genießt, muß auch die Schattenseiten mittragen. Also ging er zum Bund. Was meinst Du? fragte er. Ich meinte nichts.

Sein Konfirmationsspruch hängt noch immer über dem Bett: "Baut der Herr nicht das Haus, mühn sich die Bauleut vergeblich. Hütet der Herr nicht die Stadt, wachen die Wächter umsonst."

Verweigern wollte er nicht. Er sagte, wer die Annehmlichkeiten des Staates genießt, muß auch die Schattenseiten mittragen. Also ging er zum Bund.

Was meinst du? fragte er. Ich meinte nichts. Ich habe ein Trauma. Ich betrachte mir nicht einmal die Schaufenster von Läden des Jagdbedarfs. Im ersten Besatzungsjahr packte mich vor dem Hühnerstall meiner Eltern ein amerikanischer Soldat, winkelte mich zu Boden und schob mir seinen Gewehrlauf in den Rücken. Nachdem er mich in den Hühnerstall eingesperrt hatte, verschwand er mit Hühnern unter der Jacke und Eiern im Helm.

Ich habe das meinen Kindern nie erzählt. Meine Generation dachte, es gäbe keinen Preis, der hoch genug sei für den Frieden.