Die Bordmannschaften zweier Charterlinien haben in Kenia ein privates Hilfsprogramm gegründet; eine Reiseleiterin griff die Idee auf und weist ihre Gäste nun auf die Not im Schatten der afrikanischen Ferienidylle hin.

Vor zwei Jahren kam die Crew einer deutschen Charterfluglinie auf den Gedanken, im Bekanntenkreis Geld für Spielzeug zu sammeln: Das sollte in Kenia den Kindern eines SOS-Kinderdorfes zugute kommen. Bald griffen Kollegen einer anderen deutschen Charterlinie diese Idee begeistert auf: Auch sie sammelten in der Heimat Kleidung und Geld. Seither nehmen die Crews beider Linien regelmäßig Geschenke für das SOS-Kinderdorf in Mombasa mit.

Schwierig gestaltet sich der Transport für die Luftgesellschaften, die ja nur als "Personen-Beförderer" fungieren und keine Frachtlizenz besitzen. So mußten beispielsweise bei 21 Rollstühlen, die nach Mombasa geschickt wurden, sämtliche bürokratischen Augen zugedrückt werden.

Sehr viel einfacher ging da schon die Übergabe von ein paar tausend Mark an das Kinderdorf; das Geld hatten die Stewards mit dem Verkauf von Altmetall erzielt: Sie sammelten ganz einfach die Aluminiumschalen, in denen während des Fluges warme Speisen serviert werden und die gewöhnlich achtlos weggeworfen werden.

Unter den in Kenia tätigen Touristikmitarbeitern fand das Engagement der "Flieger" ein reges Echo. Einige Reiseleiter übernahmen Patenschaften für kenianische Waisen, andere ließen bei ihren Bekannten in der Heimat Kleidungsstücke für die Kinder sammeln. Renate Homuth, Reiseleiterin eines deutschen Ferienkonzerns in Mombasa, wollte es dabei jedoch nicht bewenden lassen. Sie begann, auch ihre Feriengäste auf notleidende Kinder und Erwachsene dieses Urlaubslandes hinzuweisen.

Jeden Gast, den sie betreut, bittet sie um einen Kenia-Shilling (etwa 25 Pfennig). Viele geben mehr.

In ihrer Freizeit bringt die junge Frau Geld und Medizin in das SOS-Kinderdorf oder nach "Bombolulu-Gardens", ein Trainingszentrum für Behinderte und eine Rehabilitationsstation für Leprakranke.