Hamburg

So leicht kommt an ihm keiner vorbei. Er hat sich am Hamburger Elbufer, unten in Ovelgönne, mit Papier und Kugelschreiber postiert, und wer hier spazierengeht, wird von ihm abgefangen.

Arnold Stein, ein angehender Jurist vor dem zweiten Staatsexamen, sammelt Unterschriften: im Namen der "Hamburger Elbuferschutzgemeinschaft", eines eingetragenen Vereins, den er selbst gegründet hat.

Und nun kann er stolz darauf verweisen: Im ablaufenden Jahr 1982 haben sich 50 000 Hamburger in seine Listen eingetragen. Das sind etwa fünf Prozent der Hamburger Wähler.

"Ich habe Filmschauspieler darunter", sagt er, "und auch ein Hamburger Senator ist dabei. Wir sind schon wer."

Arnold Stein, der selbst bei gutem Wetter meistens in einem abgewetzten Ledermantel auftritt, ist fast so etwas wie eine Galionsfigur am Bug eines zum Abwracken bestimmten Schiffes geworden. Er kämpft für die Erhaltung des Elbufers zwischen St. Pauli und Wittenbergen. Und er schafft Unruhe im Hamburger Rathaus, weil er so viele Leute auf seiner Seite hat.

"Wollen Sie sich bitte auch in diese Liste eintragen", sagt er und hält seinen Kugelschreiber hin. Der junge Mann, der mit seinem Hund an den Elbstrand will, zuckt zusammen.