Das alte Quartett-Spiel zeigt sich jetzt in einer Reihe von Spielbüchern im neuen, verjüngten, pfiffigen Gewand als Kombination von Quiz und Kartenspiel. Neben dem perfekt technifizierten Spielzeug ist es für musisch veranlagte Kinder zweifellos wohltuend, ein Unterhaltungs- und Spiel-Objekt zu finden, das nicht vollmechanisch rasselt, quiekt, blinkt und vorführt, sondern zum Kombinieren, Denken und Memorieren spielerisch auffordert –

Jan Feder (Text) und Tilman Michalski (Ill.): "Kennst du diese Maler? "Kennst du diese Bauwerke?"; Deutscher Taschenbuch Verlag, München; pro Band 32 Spielkarten, 50 S., Textbuch; je 14,80 DM.

Die Serie (zwei Spiel-Bücher "Kennst du diese Komponisten?" und "Kennst du diese Dichter?" waren bereits im Vorjahr bei dtv erschienen) wendet sich an etwa dreizehnjährige Kinder. Ohne daß sich ältere Mitspieler langweilen müßten, kann dieses Quizspiel aber auch von der ganzen Familie gespielt werden. Gedächtnistraining, Schule des Sehens und sogenannte Allgemeinbildung werden hier mit Spaß und Spiel-Spannung verknüpft.

Auf den Karten sind die wichtigsten Stil-Epochen mit je vier typischen Bauwerken vertreten. Michalski hat die Architekturen mit sensiblen farbigen Bildern perspektivisch dargestellt. Seine Palette hat etwas vom magischen Flair des phantastischen Realismus und macht die Darstellungen anziehender als nüchterne Photos.

Beim Maler-Quartett sind die hervorragenden Künstler der jeweiligen Epoche in zeitgenössischer Aufmachung porträtiert. Die meisten Konterfeis haben berühmte Selbstporträts zur Vorlage (wie etwa Dürer oder Rembrandt).

Auf der Rückseite der Karte ist alles Wissenswerte über den Künstler oder das Bauwerk abgedruckt. Leider ist das Schriftbild winzig, mancher wird das "Kleingedruckte" mühsam lesen. Andererseits schützt gerade diese kleine Schrifttype, die zudem ja noch "auf dem Kopf steht" für den Mitspieler, davor, daß Pfiffikusse schon aus der Rückseite schließen, um welche Karten es sich handelt. Die Spielkarten sind klein, handlich und in einer praktischen Kombination aus Buch und Kassette untergebracht. Wer das Quartett zu Ende gespielt hat, findet im Textteil viele historische Daten, Informationen und abwechslungsreiche Ratespiele. In den kleinen Werken ist mit viel Fleiß, Akribie und graphischem Können eine Menge Wissensstoff zusammengestellt worden. Man wünscht der Serie, daß die vergnüglich-unterhaltsame Wissensvermittlung Anklang findet und fortgesetzt wird. Ulrike Strelau