Stattliche Summen müssen die Wintersportorte jedes Jahr für die Instandhaltung ihrer Skigebiete ausgeben. Allein die Wartung der Pisten erfordert erhebliche finanzielle Investitionen.

Buckelfreie, gefahrlose und gut befestigte Abfahrten sind der Traum eines jeden Skiläufers und Aushängeschild für jeden Skiort. Für dieses Renommee aber müssen die Gemeinden tief in die Tasche greifen. Gerade die Anschaffung von Pistenraupen, die je nach Größe und Ausstattung zwischen 80 000 und 200 000 Mark kosten, ist eine erhebliche Belastung für manch eine Haushaltskasse. Zum Kaufpreis hinzu kommen die Beträge für notwendige Reparaturen, Ersatzteile und Treibstoff, die, wie der Bundesverband Deutscher Eisbahnen, unter anderem zuständig für Seilbahnen und Schlepplifte, vorrechnet, ohne Personalkosten durchschnittlich bei etwa 30 000 Mark pro Jahr und Maschine liegen.

Im bayerischen Wintersportort Garmisch-Partenkirchen reicht diese Summe nicht aus. Rund 500 000 Mark veranschlagt man im Jahr für die Instandhaltung der zehn Pistenfahrzeuge, für Treibstoff und Werkzeuge. Hier wie andernorts werden die Maschinen eingesetzt, um Mulden und Buckel glattzuwalzen und "die von Skiläufern demolierten" Pisten zweimal täglich wieder einzuebnen. Das für die Bedienung der Geräte erforderliche Personal verursacht zusätzliche Kosten in Höhe von 800 000 Mark jährlich. Etwa ein Drittel der gesamten Aufwendungen wird von den Bergbahn-Gesellschaften getragen, der größte Teil indes belastet die Gemeindekasse, und, so der Leiter des örtlichen Sportamtes, "es ist nicht bewiesen, daß dieser durch mehr Übernachtungen wieder hereinkommt".

Auch das österreichische Ischgl muß sich für seine sportlichen Wintergäste ziemlich krummlegen. Zwölf Pistenfahrzeuge sind dort im Einsatz, die jährlich rund zwei Millionen Schilling (etwa 285 000 Mark) an Reparaturkosten schlucken. Etwa 200 000 Liter Diesel verbrauchen die Maschinen im Jahr, wofür 1,7 Millionen Schilling (rund 240 000 Mark) ausgegeben werden müssen.

Bereits im Sommer sind für Wartung und Begrünung vorhandener Abfahrten und für den Ausbau neuer Skiwege allein 9,5 Millionen Schilling (rund 1,3 Millionen Mark) an Personalkosten erforderlich, während der Wintersaison sind außer dem Personal für die Pistenpräparierung auch Bergrettungsleute im Einsatz, wofür insgesamt 3,5 Millionen Schilling an Lohnkosten einkalkuliert werden. Ischgl möchte anhand dieser Zahlen vor allem den Skifahrern deutlich machen, "warum man verhältnismäßig teure Skikarten verkaufen muß". Dafür hat man dann aber auch gefrästen und gehobelten, geschleuderten und aufgerissenen, vermischten und renovierten Schnee unter den Brettern.

Brigitte Wolter