Obwohl ich zunächst gern bereit war, dies um 75/6 p. entstandene und mit einigem Recht berühmt gewordene und gebliebene Werk als "Sachbuch" zu besprechen, kamen mir bald Zweifel an dessen Sachlichkeit. Sie verstärkten sich bei wiederholtem Lesen, dem die aufdringlichen Unsachlichkeiten nicht entgehen konnten.
Gleich im ersten Absatz des "Vorworts" heißt es: "Schon aus diesem Grunde, dem Gemisch aus Anklagen und Lobhudeleien früherer Historiker (ein wohlgelungenes Selbstbildnis! E. S.) habe ich, Josephus, des Mathias Sohn, der ich anfangs des Krieges selbst gegen die Römer gekämpft und später ihn als unfreiwilliger Augenzeuge mitgemacht habe (nämlich als freigelassener Gefangener im Heer der Römer! E. S.) den Entschluß gefaßt, die Geschichte des Krieges, die ich schon früher den innerasiatischen Völkern, Parthern, Babyloniern, selbst fernsten Arabern in ihrer Muttersprache (die dem Josephus kaum zugänglich waren; er verstand Aramäisch und Hebräisch, später Griechisch und vielleicht Latein. E. S.) nunmehr auch für diejenigen, die unter dem römischen Zepter leben, in griechischer Übersetzung zu bearbeiten."