DIE ZEIT

Eine Niederlage für uns alle

Eigentlich müßten wir uns alle zutiefst schämen: Mehr als zwei Millionen Arbeitslose bedeuten eine wirtschafts- und gesellschaftspolitische Niederlage, an der alle sozialen Gruppen eine Mitschuld tragen.

Kompromiß oder Konkurs?

Fast ein Jahr ist vergangen, seit über Polen das Kriegsrecht verhängt wurde. Der vorher befürchtete sowjetische Einmarsch ist ausgeblieben, das Kriegsrecht trat an seine Stelle.

Zeitspiegel

Eine der großen Zeitungen deutscher Sprache gründete nicht ein Deutscher in Deutschland, sondern ein Schweizer in Argentinien.

Parteispenden-Affäre: Ein Manager im Zwielicht

Sein Sturz war jäh wie sein Aufstieg einst steil gewesen war. Neun Monate nachdem er wegen eines Ermittlungsverfahrens über angebliche Schmiergeldzahlungen an führende Bonner Politiker auf das Amt des Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) verzichtet hatte, verlor Eberhard von .

Irren ist menschlich

Einen wertvollen Beitrag zur Kunst der Rechtfertigung leistete neulich Altkanzler Schmidt, als er sein Ja zur Nachrüstung damit rechtfertigte, daß er ihr als letzter – nach Jimmy Carter und Lord Carrington und wohl unter ihren beschwörenden Blicken – zugestimmt habe.

Bonner Regierungsgeschäfte: Mit Harmonie und Heiterkeit

Harmoniedruck" – so lautet die gefällige Werbevokabel für das neue Bonner Kabinett. Sie soll den Eindruck vermitteln, daß die Koalition, die März-Wahlen im Blick, unter Einigungs- und Erfolgszwang steht und daß die Regierungsmannschaft sich auch entsprechend verhält.

Die Schlacht im Saal

War der eine Saal in klinisches Weiß getaucht, als werde dort ein jungfräuliche Politik verkündet, so glich der andere einem Flugzeughangar, in dem es um Reparaturen geht – vom äußeren Zuschnitt her sind weder der Wahlkampfauftakt der CDU letzten Montag in Bonn noch der Aufgalopp der SPD vor drei Wochen in Kiel berauschende Ereignisse gewesen.

England: Viele Löcher im Geheimdienst

Geoffrey Prime und seinen Verrat der Geheimnisse des Abhörzentrums Cheltenham ausgenommen, ist keiner der jüngsten Spionage- und Sicherheitsskandale der Briten ein Beinbruch.

Soldat für ein halbes Jahrhundert

Heusinger war fast ein halbes Jahrhundert lang Soldat. Er hat die Uniformen des Kaiserreichs, der Reichswehr, der Wehrmacht und schließlich der Bundeswehr getragen.

Ein Leben am Schlauch

Es war nicht technologischwissenschaftliche Hybris, die den amerikanischen Chirurgen William de Vries am vorigen Mittwoch in Salt Lake City zum Skalpell greifen ließ, um das verbrauchte Herz seines Patienten Barney Clark zu entfernen.

Von Dränglern und Gewissenswürmern

Alle reden von den Wahlen, die die Parteien unisono für den 6. März wünschen. Überall wird schon um Wahlkreise gerungen und über Landeslisten-Plätze spekuliert; in den Parteizentralen sind die Generalstäbler mit ihren Gedanken und Planungen längst im Januar und Februar des nächsten Jahres.

Frankreich: Zur Freiheit verholfen

Am Anfang stand Debray: Der heute als Berater von Präsident Mitterrand tätige einundvierzigjährige Schriftsteller, Castro-Freund, Che-Genosse und politische Publizist war 1970 nach spektakulärer Intervention des Papstes und Picassos, Chaplins und Sartres, Malraux’ und de Gaulles nach drei Jahren aus bolivianischer Haft entlassen worden.

DDR: Protest der Frauen

Die Friedensbewegung in der DDR hat Zulauf bekommen, Es sind nicht mehr nur die christlich engagierten Jugendlichen und einige mutige Pfarrer, die mit dem Symbol "Schwerter zu Pflugscharen" den Unwillen des Staates erregt haben.

Afghanistan: Warten auf Andropow

Vierzig Minuten, so stoppten die Kreml-Chronisten, widmete der neue sowjetische Parteichef Juri Andropow beim Breschnjew-Begräbnis dem nicht gerade als Russenfreund bekannten pakistanischen Präsidenten Zia ul-Haq.

USA in Lateinamerika: Die neue Welt unter sich

Michael Deaver, im Beraterkreis des Präsidenten der wohl engste Freund Ronald Reagans, äußerte sich über die Reiseeindrücke seines Dienstherren offenherziger, als es dem Weißen Haus lieb gewesen sein mag.

Opfer ja, aber keine Erpressung

Wer sich vor den Werkstoren der Arbed Saarstahl GmbH umhört, findet bei den Arbeitern durchaus Bereitschaft zu Opfern; aber er hört auch Zweifel daran, daß ausgerechnet ein zusätzlicher Beitrag der Belegschaft das gebeutelte Unternehmen retten könnte.

Unverdiente Ohrfeige

In der IG Metall haben sich offenbar die Vertreter der gemäßigten Linie durchgesetzt. Mit seiner Empfehlung an die regionalen Tarifkommissionen, mit einer Forderung von 6,5 Prozent in die bevorstehende Lohnrunde ’83 zu gehen, signalisiert der Vorstand der größten Einzelgewerkschaft Bereitschaft zum Maßhalten.

Österreich: Lieber weniger Geld

Die große Angst vor der Arbeitslosigkeit hat nun auch Österreichs Gewerkschaften erfaßt: Nach den neuesten düsteren Wirtschaftsprognosen erklärten sie sich zu einer Arbeitszeitverkürzung mit gleichzeitigem Lohnverzicht bereit.

Chemische Industrie: Sparen fängt oben an

Während bei Saarstahl erbittert darum gerungen wurde, ob die Arbeitnehmer durch den Verzicht auf Zulagen den Versuch zur Rettung des maroden Unternehmens unterstützen und die IG Metall ihren Unterhändlern eine Lohnforderung von 6,5 Prozent für das kommende Jahr empfohlen hat, versuchen die Arbeitgeber der chemischen Industrie, ein Zeichen zu setzen.

Bonner Kulisse

Nun ist auch der Inhaber eines der höchsten Ämter der Republik ein wenig ins Gerede geraten: Richard Stücklen, Präsident des Deutschen Bundestages.

Agrarhandel: Aufforderung zum Tanz

Am 10. Dezember verhandeln der US-amerikanische Außenminister George Shultz und drei weitere Mitglieder der Regierung Reagan mit der Kommission der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel.

Berufswahl: Zu Arbeitslosen ausgebildet

Wissen unsere Politiker, Funktionäre und Berufsprognostiker eigentlich, worüber sie reden, wenn sie sich über den verzwickten Zusammenhang von Beschäftigung und Berufsbildung äußern? Das fragen sich immer wieder Ausbilder, Eltern, Lehrer, Berufsberater und Jugendliche.

Die Angst vor dem Abgrund

Die Finanzminister und Notenbankpräsidenten aus den fünf großen Industrienationen USA, Großbritannien, Frankreich, Japan und der Bundesrepublik trafen sich am 9.

Messerschmitt-Bölkow-Blohm: Kunstflug durch schweres Gewitter

Auch wenn auf dem Rathausmarkt von Bremen schwarze Fahnen wehen, auch wenn sich Protestdemonstrationen durch die Straßen von Stade oder Einswarden wälzen sollten, Gero Madelung und Johann Schäffler wollen an ihrem Konzept festhalten: "Wir sind wild entschlossen, unseren Plan zu verwirklichen.

Vereinigte Staaten: Goldene 80er Jahre?

Das Schlimmste ist bald überstanden. Der Aufschwung wartet an der Jahresecke. Und wenn es wieder Frühling wird, summt man in der amerikanischen Baubranche und in der Autoindustrie vielleicht die Melodie des Schlagers "Happy days are here again".

Zeitraffer

Viele Anzeichen deuten darauf hin, daß der Rohölpreis weiter sinken wird. Schon jetzt – so jedenfalls eine Studie von zwei ehemaligen Opec-Sekretären und anderen Experten, die kurz vor der Opec-Konferenz am 19.

Wir können bauen

Schwebler: Vor allem das zunehmende Auseinanderklaffen von Aufwand und Ertrag im Mietwohnungsbau hat zu dieser Zurückhaltung veranlaßt.

Weihnachten – die letzte Chance

Nach dem zweiten langen Sonnabend vor Weihnachten atmet der Einzelhandel erleichtert auf: Jedenfalls das Weihnachtsgeschäft fällt nicht ganz ins Wasser.

Manager und Märkte

Die Entscheidung für ein neues Auto wird in diesem Winter für die meisten Verkäufer von einem zusätzlichen Faktor beeinflußt: den Zinsen.

Der bürokratische Samariter

Wenn Karl-Josef Uhe, Leiter des Sozialamtes in der rheinischen Stadt Neuss, morgens um halb acht in sein Büro kommt, warten auf den Fluren schon zehn bis fünfzehn Leute – Rentner, alleinstehende Mütter und in letzter Zeit immer mehr Arbeitslose.

Bis zur letzten Bohne

Das Klima, so findet Kaffee-Röster Gunter Herz, "ist rauher geworden". In diesem Jahr wird seine Firma Tchibo, größter heimischer Kaffeefilialist und -Versender, gerade "bei plus/minus null" enden – denn: "Das Mengenwachstum ist raus.

Börsen-Report: Großer Schub

Trotz der sich weiter verschlechternden wirtschaftlichen Situation in der Bundesrepublik verzeichnet der deutsche Aktienmarkt wieder neue Jahreshöchstkurse.

Tod des Gastronomen

Armin Scherrer starb am 1. Dezember abends. Sein Tod reizt zu Spekulationen.................................................

Hinweis

Hans Fenske / Dieter Mertens / Wolfgang Reinhard / Klaus Rosen: "Geschichte der politischen Ideen. Von Homer bis zur Gegenwart".

+ Weitere Artikel anzeigen