Einen wertvollen Beitrag zur Kunst der Rechtfertigung leistete neulich Altkanzler Schmidt, als er sein Ja zur Nachrüstung damit rechtfertigte, daß er ihr als letzter – nach Jimmy Carter und Lord Carrington und wohl unter ihren beschwörenden Blicken – zugestimmt habe. Weitere Beispiele gefällig?

„Kann sein, daß da was lief mit dieser Parteispende, kann auch nicht sein. Ich bin ja krankhaft ver-

geßlich, daß kann Ihnen meine Frau bestätigen, Hilde, komm doch mal, ich meine Lisa, nein... Erika...“

„Daß unser Freund Brian Spion ist und für irgendwelche Dienste arbeitet, haben wir bei einem Engländer stillschweigend vorausgesetzt – aber daß er sogar Dreifach-Agent war, das konnten wir ihm wirklich nicht an der Nasenspitze ansehen...“

„Das ist das Geheimnis einer guten Ehe, daß man ein ganzes Leben lang miteinander verkabelt ist – darin kann ich beim besten Willen keine Interessenkollision erkennen ...“

„Nein, ans Grundgesetz haben wir damals wirklich nicht gedacht, als wir uns zu Neuwahlen am 6. März entschlossen. Hätten wir geahnt, welche Scherereien wir damit heraufbeschwören würden, dann hätten wir die Finger davongelassen.“

„Gerade unsere Bank ist mit Kreditvergaben recht vorsichtig. Doch der letzte Präsident von Mexiko machte so treuherzige Augen, da hätte man schon ein Herz aus Stein haben müssen, um ihm die zusätzlichen Milliarden zu verweigern.“